Warum die Mutter erst jetzt zur Polizei ging

Ich habe mein Baby getötet: Überraschendes Geständnis 35 Jahre nach Fund einer Babyleiche

Janita M. Phillips wurde am 19. November 2021 des Mordes an ihrem Neugeborenen angeklagt.
Janita M. Phillips wurde am 19. November 2021 des Mordes an ihrem Neugeborenen angeklagt.
Greenwich Police Depatment, RTL

Überraschende Wende im alten Fall

35 Jahre ist es nun her, dass Müllmänner aus Greenwich im US-Bundestaat Conneticut in ihrem Müllwagen die Leiche eines Babys fanden. Wer die Mutter war, konnte die Polizei nie herausfinden – bis jetzt! Janita Philips (62) aus Florida hat gestanden, ihr Kind im Mai 1986 umgebracht und in den Müll geworfen zu haben. Das Geständnis hat allerdings wenig mit Reue oder schlechtem Gewissen zu tun. Philips gestand erst, als die Polizei ihr via DNA-Test auf die Schliche kam, wie „abc7“ berichtet.

Junge ist am 16. Mai 1986 lebend und gesund zur Welt gekommen

Robert Berry, Polizeichef in Greenwich.
Robert Berry, Polizeichef in Greenwich.
News 12 Conneticut, rtl.de

Kurz nach dem Fund des toten Kindes waren sich die Gerichtsmediziner sicher, dass das Baby am 16. Mai 1986 lebend und gesund zur Welt kam. Anschließend wurde der Junge stranguliert. Im Zuge der Ermittlungen wurden Anwohner befragt, und auch Philips wurde wie andere Frauen in der Stadt dazu aufgefordert, sich einem Bluttest zu unterziehen. Dies habe sie jedoch damals verweigert, und sei kurz danach in den US-Bundesstaat Florida gezogen, nach Lake Mary. Dort baute sie sich mit ihrem Mann – dem Vater des Babys – ein neues Leben auf.

Und es würde auch jetzt noch so weitergehen, doch die Polizei hat den Fall nie zu den Akten gelegt. Auch weil Philips damals den Bluttest verweigerte, geriet sie immer wieder in den Fokus der Ermittler. Diese haben eines Tages einen Privatdetektiv damit beauftragt, herauszufinden, wo sie jetzt wohnt – und als er sie fand, durchsuchte er ihren Müll nach DNA-Spuren. Mit Erfolg: Ein DNA-Test hat inzwischen bestätigt, dass die 62-Jährige die Mutter und Mörderin ihres Sohnes sein muss.

Bei der Polizei gab sie zu Protokoll, dass sie ihre Schwangerschaft vor ihrem Mann verheimlicht habe. Das Kind habe sie schließlich heimlich zur Welt gebracht, es getötet und in den Müll geworfen. Philips erzählte: „Ich wollte die Zukunft meines Mannes nicht zerstören und einen Haufen Kinder haben, die ich mir nicht leisten kann.“, wird sie von „abc7“ zitiert. Von ihrem Man wusste sie außerdem, dass er definitiv keine Kinder mehr wollte.

Robert Berry, Polizeichef von Greenwich, ist glücklich darüber, dass „endlich die Gerechtigkeit gesiegt hat“, sagte er vor der Presse. Den kleinen Jungen hätte man während der ganzen Zeit nicht vergessen. „Ich hoffe, dass Baby Joe jetzt in Frieden ruht.“ Janita Philips steht demnächst vor Gericht – am 19. November wurde gegen sie Anklage wegen Mordes erhoben. (cko)