Für Millionen aus der Lebensversicherung

US-Multimillionär erschießt Frau auf Safari-Reise in Afrika

Lawrence R. (rechts) hatte vor Gericht behauptet, seine Frau Bianca habe sich den tödlichen Schuss ins Herz selbst beigebracht - ein Gutachten widerlegte diese Aussage jedoch.
Lawrence R. (rechts) hatte vor Gericht behauptet, seine Frau Bianca (Mitte) habe sich den tödlichen Schuss ins Herz selbst beigebracht - ein Gutachten widerlegte diese Aussage später.

Lawrence R., der so gerne wilde Tiere tötete und mit den Kadavern posierte, hat während einer Safarireise im ostafrikanischen Sambia auch seine eigene Ehefrau erschossen – davon ist das Bundesgericht in Denver überzeugt und hat den UZ-Zahnarzt und Multimillionär wegen Mordes schuldig gesprochen.

Großwildjäger will im Bad gewesen sein, als der Todesschuss fiel

Der Arzt hatte während des dreiwöchigen Prozesses im US-Bundesstaat Colorado behauptet, er sei im Badezimmer gewesen, als am 11. Oktober 2016 der tödliche Schuss fiel, berichtete unter anderem der US-Sender „CNN“. Die Geschworenen kauften ihm die Geschichte jedoch nicht ab. Sie schlossen sich der Ansicht der Staatsanwaltschaft an, die überzeugt war, dass Lawrence Bianca R. (34) kaltblütig umgebracht hat, um umgerechnet rund 4,7 Millionen Euro von der Lebensversicherung zu kassieren und ein neues Leben mit seiner 20 Jahre alten Geliebten Lori M. zu beginnen. Der 67-Jährige wurde des Mordes und Postbetrugs für schuldig befunden. R. drohen nun lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe.

Auch die Geliebte stand im Fokus der Staatsanwaltschaft. Die Ankläger warfen der Frau vor, die Bundesjury über den Fall und ihre Beziehung zu R. belogen zu haben. Lori M. wurde von denselben Geschworenen der Beihilfe zum Mord, der Behinderung einer Grand Jury und des Meineids vor einer Grand Jury in zwei Fällen für schuldig befunden. In zwei weiteren Fällen von Meineid wurde sie für nicht schuldig befunden. "Wir sind enttäuscht über das Urteil der Jury, aber so ist unser System“, sagte ihr Anwalt dem „People“-Magazin. „Lori M. ist unschuldig und wir werden weiter dafür kämpfen, sie zu entlasten.“ Ihr drohen bis zu 35 Jahre Gefängnis. Die Anhörungen zu den Urteilen sind US-Medien zufolge noch nicht terminiert worden.

Anklage: Lawrence R. hat den Mord eiskalt geplant - aus Geldgier

Bianca (Mitte) und Laurence R. (rechts) posteten vor dem Tod der Frau viele Fotos von gemeinsamen Jagderlebnissen
Bianca (Mitte) und Laurence R. (rechts) posteten vor dem Tod der Frau viele Fotos von gemeinsamen Jagderlebnissen

Gegen den Arzt war am 22. Dezember 2021 Haftbefehl erlassen worden, Anfang Januar 2022 wurde er in Colorado angeklagt, da dort eine der Versicherungsgesellschaften, die an der Auszahlung beteiligt gewesen waren, ihren Sitz hat. Lawrence R. hatte stets seine Unschuld beteuert. Bianca habe sich versehentlich selbst in die Brust geschossen, als sie das Gewehr in ihrem Koffer verstauen wollte, so seine Version der Ereignisse. "Ich habe meine Frau nicht umgebracht. Ich könnte meine Frau nicht ermorden. Ich würde meine Frau nicht ermorden", sagte er den Geschworenen.

Die Ankläger legten jedoch Beweise vor, aus denen hervorging, dass der tödliche Schuss ins Herz aus einer Entfernung von ein bis dreieinhalb Metern abgefeuert worden war. Ein Gerichtsmediziner aus Colorado sagte, es wäre „für Frau R. extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gewesen, den Abzug dieser Waffe zu erreichen, selbst wenn sie mit der Mündung auf ihre Brust gerichtet im Koffer gelegen hätte“. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, R. habe geplant, seine Frau zu ermorden, um das Geld zu kassieren und auch, weil sie ihm ungemütlich geworden sei. Bianca R. habe demnach mehr Entscheidungsgewalt über die Finanzen gefordert und verlangt, dass er die Affäre beendet.

Lawrence R. soll Mord gestanden haben: "Ich habe meine verdammte Frau für dich getötet"

Zahnarzt Lawrence R. wurde wegen Mordes an seiner Ehefrau Bianca 2016 schuldig befunden.
Zahnarzt Lawrence R. wurde wegen Mordes an seiner Ehefrau Bianca 2016 schuldig befunden.

Die Frau, eine Mitarbeiterin seiner Praxis in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania), sei nur drei Monate nach Bianca. R.s Tod bei dem Witwer eingezogen, hieß es unter Berufung auf FBI-Akten. Ihr gegenüber habe Lawrence den Mord 2020 zugegeben, als die beiden in einem Steakhaus in Phoenix zu Abend aßen. „I killed my fucking wife for you“ („Ich habe meine verdammte Frau für dich getötet“) soll er demzufolge gesagt haben, kurz nachdem er erfahren habe, dass das FBI den Tod seiner Frau untersucht, berichtete die „Associated Press“.

Lawrence R.s Anwälte hielten dagegen und wiesen die Vorwürfe als „wackelig“ zurück. Auch die beiden Kinder des Paares würden an die Unschuld ihres Vaters glauben, so CNN. Das Paar habe seit dem Jahr 2000 eine offene Beziehung geführt, die es dem Arzt erlaubt habe, sexuelle Beziehungen mit anderen zu haben. Außerdem sei ihr Mandant nicht auf das Geld aus der Lebensversicherung angewiesen gewesen, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits über mehr als 14,6 Millionen Euro verfügt habe.

Geliebte wegen Beihilfe zum Mord und Meineids schuldig gesprochen

Unter Verdacht geriet der Zahnarzt CNN zufolge, weil er auffällig schnell versucht haben soll, den Leichnam seiner Frau in Sambia einäschern zu lassen. Gerichtsdokumenten zufolge, die auf den Aussagen eines FBI-Ermittlers beruhen, sei dies dem Chef des US-Konsulats in der sambischen Hauptstadt Lusaka seltsam erschienen. Er habe "ein schlechtes Gefühl bei der Situation, die sich seiner Meinung nach zu schnell entwickelte", heißt es in einer Bundesbeschwerde, die „People“ vorliegt. Daraufhin sei er mit zwei Angehörigen der US-Botschaft zu dem Bestattungsunternehmen gefahren, um Fotos von der Leiche zu machen und mögliche Beweise zu sichern", zitiert die Nachrichtenseite weiter. Lawrence sei "wütend" gewesen, als er später davon erfahren habe.

Sambische Ermittler kamen jedoch zu dem Schluss, dass es sich um einen tragischen Unfall gehandelt habe. Auch die Versicherung schöpfte keinen Verdacht und überwies der Familie schließlich die millionenschwere Summe, die in einen Treuhandfond für die beiden erwachsenen Kinder des Paares floss. (uvo/cwa)