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Urteil nach Germanwings-Absturz: Kein Schadensersatz für Hinterbliebene

Landgericht Frankfurt spricht Urteil

Urteil nach Germanwings-Absturz: Hinterbliebene erhalten keinen Schadensersatz

HANDOUT - Das am 13.04.2015 herausgegebene Handout des französischen Innenministeriums zeigt von Helfern geborgene Wrackteile an der Absturzstelle des Germanwings-Flugzeuges in den französischen Alpen nahe Seyne les Alpes. Der Airbus A320 war am 24.0
Am 24. März 2015 kamen auf dem Germanwings-Flug 9525 alle 150 Insassen des Flugzeugs ums Leben.
dpa, Yves Malenfer

Vor sieben Jahren stürzte ein Germanwings-Flugzeug auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab, alle 150 Insassen kommen bei dem Absturz ums Leben. Der Grund: Der Co-Pilot hatte die Maschine absichtlich zerschellen lassen. Die Nachkommen der Opfer fordern Schmerzensgeld von der Germanwings-Mutter Lufthansa, weil diese ihre Piloten besser hätte kontrollieren müssen. Das Landgericht Frankfurt wies am Donnerstag jedoch mehrere Klagen ab.

Germanwings-Absturz: Hinterbliebene erleiden Niederlage vor Gericht

Hinterbliebene der Germanwings-Absturzopfer haben erneut in einem Prozess um zusätzliches Schmerzensgeld eine Niederlage erlitten. Die Richter argumentierten ähnlich wie bereits das Landgericht Essen und zuletzt im April 2021 das Oberlandesgericht Hamm. Danach war die Konzernmutter Lufthansa nicht für die flugmedizinischen Untersuchungen der Crew verantwortlich.

Statt der Lufthansa hätte möglicherweise die Bundesrepublik Deutschland beklagt werden müssen. Die Frankfurter Richter stellten fest: „Die fliegerärztlichen Untersuchungen sind Kernbestandteil der Flugsicherheit. Die Sicherheit des Flugverkehrs zu gewährleisten ist eine staatliche Aufgabe, die durch das Luftfahrtbundesamt wahrgenommen wird.“ Es könne nur der Staat haften, in dessen Dienst die Ärzte standen.

„Diese weitere Zurückweisung der Ansprüche ist für die Angehörigen eine weitere Enttäuschung sowie ein Rückschlag bei der Bewältigung der Trauer, welche die Katastrophe ausgelöst hat.“, sagte der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum, dessen Kanzlei die Hinterbliebenen vor Gericht vertritt.

Familien wollen gegen die Bundesrepublik Deutschland klagen

Damit sei nun endgültig klar, dass niemand außer dem Staat für die Flugtauglichkeitsuntersuchungen zuständig gewesen sei, so Klägeranwalt Elmar Giemulla der Deutschen Presse-Agentur. Er kündigte Klagen gegen die Bundesrepublik nach der Sommerpause an.

Im September 2021 hatte das Oberlandesgericht Hamm eine Klage von Hinterbliebenen abgewiesen. Die Verwandten der Opfer hatten damals ein zusätzliches Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 Euro gefordert.

Lese-Tipp: Germanwings-Katastrophe: RTL-Reporter erinnert sich an einen seiner schwersten Einsätze

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Germanwings-Absturz: 150 Menschen kamen 2015 ums Leben

Am 24. März 2015 war der Airbus auf dem Germanwings-Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf in Frankreich zerschellt. Alle 150 Insassen des Flugzeugs kamen ums Leben.

Auf dem Flug hatte sich Co-Pilot Andreas Lubitz im Cockpit der Maschine eingeschlossen und das Flugzeug anschließend mit Absicht gegen einen Berg geflogen. Ein Abschlussbericht kam zu dem Schluss, dass Lubitz unter Depressionen und Schlafstörungen litt. (jda, dpa)