10 Jahre wegen Totschlags

22-jähriger Islam C. wurde mit mehreren Messerstichen auf Spielplatz in Grönwohld getötet

Messerattacke auf Kinderspielplatz
Messerattacke auf Kinderspielplatz
© dpa, Daniel Bockwoldt, dbo exa tm tba

03. Juni 2021 - 11:18 Uhr

27 Messerstiche in Rücken, Nacken und Kopf

Seit Mitte April dieses Jahres steht der 21-jährige Till K. in Lübeck vor Gericht. Er soll im Oktober 2020 seinen 22-jährigen Bekannten Islam C. auf einem Spielplatz in Grönwohld (Kreis Stormarn) mit 27 Messerstichen in den Rücken, Nacken und Kopf so stark verletzt haben, dass dieser noch am Tatort verblutet. Erst am nächsten Tag finden Anwohner die Leiche des jungen Mannes. Am Donnerstag fällt die Richterin ihr Urteil: Till K. muss wegen Totschlags 10 Jahre in Haft.

War es ein Streit über Drogen?

Die beiden jungen Männer sollen laut Staatsanwaltschaft in Drogengeschäfte verwickelt gewesen und darüber in Streit geraten sein. Der Spielplatz war im Dorf als Übergabeort für Drogen bekannt. Das bestätigen mehrere Zeugen, die bei Prozessauftakt ausgesagt haben. Auch dass der angeklagte Till K. und der getötete Islam C. miteinander Geschäfte machten, sei kein Geheimnis. Laut Aussage des Bruders des Opfers habe Islam C. zum Tatzeitpunkt aber schon länger mit den Drogengeschäften aufgehört und sich ganz auf sein Studium der Elektrotechnik konzentriert.

Angeklagter bestreitet die Tat

Till K. soll seinen Bekannten mit einem Schlagring mit ausklappbarer Klinge von hinten attackiert haben. Nur drei Tage nach der Tat wird er festgenommen. Der 21-jährige Deutsche bestreitet die Tat jedoch bis zum Ende des Prozesses. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft 11 Jahre Haft. Die Verteidigung sieht keinerlei Schuld ihres Mandanten als erwiesen an. Daher forderte sie einen Freispruch. Während der Urteilsverkündung zeigte der Angeklagte keinerlei Emotionen. Letztendlich entscheidet die Richterin Till K. wegen Totschlags zu 10 Jahren Haft zu verurteilen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (cto)

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