"Kleiner, dreckiger Mörder!"

Prozess um getöteten 22-Jährigen auf Spielplatz in Grönwohld beginnt

Polizisten durchsuchen im Oktober 2020 den Spielplatz in Grönwohld, auf dem der 22-jährige Islam C. wohl erstochen wurde.
Polizisten durchsuchen im Oktober 2020 den Spielplatz in Grönwohld, auf dem der 22-jährige Islam C. wohl erstochen wurde.
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26. April 2021 - 14:23 Uhr

Täter und Opfer kannten sich wohl

Seit Montag muss sich ein 21-jähriger Mann vor dem Landgericht Lübeck einem Prozess wegen Totschlags stellen. Er soll im Oktober des vergangenen Jahres einen 22-jährigen Bekannten mit mehreren Stichen getötet haben. Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt und 21 Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen.

Opfer verblutete auf Spielplatz

Auf diesem Spielplatz in Grönwohld bei Trittau wurde die Leiche von Mohammed C. gefunden.
Auf diesem Spielplatz in Grönwohld bei Trittau wurde die Leiche von Islam C. gefunden.
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Es war der 21. Oktober 2020 – ein Mittwochabend: Der 21-jährige Till K. soll sich mit dem 22-jährigen Islam C. an einem Spielplatz zu einem Treffen verabredet haben. Dort soll K. den 22-jährigen mit einem Schlagring mit ausklappbarer Klinge von hinten attackiert und mit 15 Messerstichen in den Rücken, Nacken und Kopf so stark verletzt haben, dass dieser noch am Tatort verblutet. Zeugen berichten am ersten Prozesstag vor Gericht, dass sie an dem Abend Schreie gehört hätten. Die Leiche des 22-jährigen wird erst am nächsten Tag von Bewohnern des kleinen 1.000-Einwohner-Dorfes Grönwohld gefunden. Die Polizei nimmt Till K. drei Tage später fest.

Spielplatz war wohl Übergabeort für Drogen

Nach dem bisherigem Ermittlungsstand sollen sich der Täter und das Opfer gekannt haben. So sollen sie sowohl über gemeinsame Drogengeschäfte in Verbindung gestanden haben als auch eine Betätigung im Baugewerbe geplant haben. Die Bekanntschaft der Beiden können vor Gericht auch Zeugen bestätigen. So hätten sich die Männer oft getroffen. Auch, dass sie mit Drogen gedealt hätten, sei im Dorf laut Zeugenaussagen bekannt gewesen. Der Spielplatz habe dem Angeklagten und dem Opfer als Übergabeort für die Drogen gedient.

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"Kleiner, dreckiger Mörder!"

Der 30-jährige Bruder des Verstorbenen, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, bezeichnet den Angeklagten, als er den Gerichtssaal betritt, als Mörder und beschreibt Islam C. als liebevollen und zuverlässigen Menschen. Seines Wissens nach habe dieser sich aus den Drogengeschäften auch bereits zurückgezogen und wollte sich auf sein Studium der Elektrotechnik fokussieren. Jetzt würde nicht nur die Familie, sondern auch der Fußballverein um den 22-Jährigen trauern. Warum Islam C. sterben musste, muss im Verlauf des Prozesses also weiter geklärt werden.