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Urteil in Halle: Prügelei auf Rammlerschau - Züchter muss Strafe zahlen

Er brach Konkurrenten auf der Rammlerschau Rippen

Prügelnder Kaninchenzüchter muss 2.400 Euro Strafe zahlen

Kaninchen Klopperei hat gerichtliches Nachspiel Geldstrafe wegen Rammlerzoff
03:16 min
Geldstrafe wegen Rammlerzoff
Kaninchen Klopperei hat gerichtliches Nachspiel

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Schlägerei auf der Rammlerschau in Halle

Mehrere Männer waren an der Schlägerei auf der Bundesrammlerschau im Jahr 2019 beteiligt –alle sind Kaninchenzüchter. Der Auslöser: Das angebliche Beschneiden des Kaninchenfells durch den Angeklagten Jürgen Erdmann – ein hartes Vergehen in Rammlerschau-Kreisen. Diesen Vorwurf wollte der Züchter nicht auf sich sitzen lassen. Jetzt fiel das Urteil gegen die Raufbolde. Was Jürgen E. zu dem Vorfall sagt, sehen Sie im Video.

Züchter muss für Körperverletzung blechen

Das Urteil gegen die beteiligten Männer fiel am Amtsgericht in Halle: Satte 2.400 Euro muss der beschuldigte Jürgen E. zahlen, aufgeteilt in 120 Tagessätze à 20 Euro. Einer der anderen Männer war in dem Streit mit Rippenbrüchen zu Boden gegangen. Er soll vom Angeklagten auch getreten worden sein. Das Gericht sprach den Mann daher wegen vorsätzlicher Körperverletzung schuldig.

Zwei weitere Männer wurden während des Streits gegen die Käfige der Schau gestoßen. In dem Fall wurde E. aber wegen Notwehr freigesprochen. Die Zeugenaussagen vor Gericht waren hinsichtlich des Vorfalls widersprüchlich. Angeblich soll der Angeklagte die beteiligten Männer mit mehreren Faustschlägen und Fußtritten angegriffen haben. Außerdem habe er einen der Männer mit dem Tode bedroht.

Zeugen sprechen von aggressivem Verhalten

Laut der Prozessteilnehmer soll Jürgen E. auf der Bundesrammlerschau 2019 aggressiv gehandelt haben. Er habe im Flur gewartet, sagt uns Kaninchenzüchter Tobias Nöppert im Interview. Dann habe er zwei Zuchtfreunde des 35-Jährigen massiv beschimpft und behauptet, diese würden ihre Tiere manipulieren. Als Tobias Nöppert kurz darauf erneut das Gespräch mit Jürgen E. habe suchen wollen, habe dieser ihn gegen einen Käfig gestoßen. Er habe sogar Nasenbluten gehabt.

Als sein Bruder dazukam, um ihm zu helfen, sei der Streit weiter eskaliert. Ein weiterer Unbeteiligter wurde laut dem 35-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen und auf dem Boden getreten. Der 59-Jährige brach sich mehrere Rippen. „Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagte Nöppert. Er sei immer noch schockiert. „Selbst wenn ich jetzt sagen würde, ich bin mit Ihren Kaninchen nicht einverstanden, ja? Das kann man dann akzeptieren, darüber kann man reden. Aber deswegen brauche ich keinen zu Boden stürzen und einem da fünf Rippen brechen.“

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Erdmann bestreitet die Prügel-Vorwürfe

Der Vorwurf der anderen Züchter lässt Jürgen E. offenbar rot sehen. Sie behaupten er würde Flecken seiner Rammler entfernen, in dem er deren Haut herausschneide und neues Fell darüber wachsen lasse. Denn je weniger Flecken, desto schöner der Rammler, zumindest in Zuchtkreisen. Im Interview mit RTL, äußerte er damals, dass die Anfeindungen ein Zeichen von purem Neid gewesen seien. Immerhin hatte er im Jahr 2017 mit seinem Rammler gewonnen. Auch Im Gerichtssaal wird dieses Thema angesprochen. Vor dem Streit solle der Satz „Scheiß Ossis“ gefallen sein. Tobias Nöppert bestreitet das aber. „In der Rassenkaninchenzucht, ob einer aus dem Osten gewinnt, aus dem Norden gewinnt, das spielt überhaupt nicht die Diskussion“, meint er kopfschüttelnd. „Wichtig ist, dass die richtigen Kaninchen gewinnen.“ Nach dem Prozess wollte Jürgen E. nicht mehr mit unseren Reportern sprechen.