Er erzählte ihnen, es wären notwendige "Behandlungen"

Urologe in Köln vor Gericht: Er soll junge Männer in seiner Praxis missbraucht haben

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis ein Stethoskop in der Hand. Foto: Motivbild: Marijan Murat/dpa
Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis ein Stethoskop in der Hand. Foto: Motivbild: Marijan Murat/dpa
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01. September 2020 - 13:34 Uhr

Urologe soll sich junge, durchtrainierte Patienten ausgesucht haben

Für viele seiner Opfer war es der erste Besuch bei Urologen: In Köln steht ein 49-Jähriger vor Gericht, der mehrere seiner Patienten sexuell missbraucht haben soll. Der Urologe soll sich hauptsächlich junge, durchtrainierte Männer ausgesucht haben. Er erklärte ihnen, seine merkwürdigen Praktiken seien notwendige Untersuchungen und nötigte sie so zu sexuellen Handlungen.

Urologe aus Köln soll Patienten eingeölt und fotografiert haben

Der Arzt ist nun wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in elf Fällen angeklagt. Die Taten sollen sich zwischen 2015 und Anfang 2019 ereignet haben. Wie die "Rheinische Post" berichtet, soll der Mann seine ahnungslosen Opfer immer am späten Nachmittag oder abends zu sich in die Praxis bestellt haben, wenn sonst niemand mehr dort war. Der 49-Jährige sei auf Erektionsstörungen spezialisiert. Die Patienten kamen aber wegen unterschiedlicher Erkrankungen zu ihm.

Er habe den Männern dann beispielsweise den Oberkörper eingeölt und sie in verschiedenen Posen fotografiert. Die Patienten ließen das über sich ergehen, weil der Urologe ihnen sagte, dass das zur Behandlung gehöre. Laut dem Zeitungsbericht soll er die Männer auch teilweise um Spermaproben gebeten haben, ohne dass das medizinisch notwendig gewesen wäre.

Urteil gegen den Urologen soll Ende September fallen

Ein junger Mann bekam Viagra verabreicht, ein anderer musste sich Pornos anschauen. Ein weiterer Patient, der Opfer eines sexuellen Übergriffs im Urlaub wurde, sei wegen seiner Verletzungen nach der Tat zum Urologen gekommen. Auch an diesem Mann soll sich der 49-Jährige vergangen haben.

Was der Arzt zu den Vorwürfen vor Gericht sagte, ist nicht bekannt, denn die Einlassung des Urologen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für den Prozess hat das Gericht fünf Verhandlungstage bis Ende September angesetzt, dann könnte ein Urteil gegen den Urologen fallen.