Norddeutsche unterstützen die Flutopfer

Nach Facebook-Aufruf: Freiwillige Helfer fahren ins Hochwassergebiet

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser: Menschen laufen durch die verwüstete Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser: Menschen laufen durch die verwüstete Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
© imago images/Hannes P. Albert, Hannes P. Albert via www.imago-images.de, www.imago-images.de

21. Juli 2021 - 14:31 Uhr

70 freiwillige Helfer haben sich auf den Weg gemacht

Das Hochwasser hat in Teilen Deutschlands für ein Bild der Verwüstung gesorgt. Für den Wiederaufbau kommt nun tatkräftige Unterstützung – auch aus Norddeutschland. Tino Martens hat sich gestern Nacht gemeinsam mit 70 Freiwilligen und schwerem Gerät auf den Weg gemacht. Die Helfer konnte er über Facebook zusammentrommeln.

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Große Hilfsbereitschaft nach Facebook-Aufruf

Nicht nur für Tiefbau-Unternehmer Tino Martens ist das, was vielen Menschen im Süden passiert ist, ein Alptraum: "Ich habe mich halt gefragt, was passieren würde, wenn ich in zehn Minuten mein ganzes Hab und Gut verlieren würde", erzählt der Schleswig-Holsteiner im RTL Nord-Interview. Kurzerhand nimmt er ein Video auf und postet es – und erreicht damit viele Leute, die ganz ähnlich denken.

Innerhalb von 18 Stunden finden sich nicht nur über 70 freiwillige Helfer, die mit Martens von Besdorf in der Nähe von Wacken aus zum Helfen runterfahren, sondern auch viele Spenden erreichen den Unternehmer – darunter von vielen Firmen aus der Umgebung. Die Transportkosten, um die Spenden und Gerätschaften gen Süden zu bringen, werden von einer Spedition übernommen: "Es ist eigentlich gar nicht in Worte zu fassen, welche Aktivität in dieser kurzen Zeit entstanden ist", freut sich Martens. "Die Reaktion war natürlich umwerfend."

Hilfsaktion ist eng mit den Verantwortlichen vor Ort abgesprochen

Durch das Facebook-Video kamen viele Schaufeln, Besen und weitere nützliche Spenden zusammen.
Durch das Facebook-Video kamen viele Schaufeln, Besen und weitere nützliche Spenden zusammen.
© RTL Nord

In enger Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort plant der Unternehmer die Hilfsaktion und klärt ab, mit was den betroffenen Menschen geholfen werden kann. Neben Essen, Trinken und Hygieneprodukten bekommt Martens viele Gerätschaften durch Spenden zusammen, die in den überfluteten Gebieten dringend gebraucht werden – Handschuhe, Schaufeln, Gummistiefel und vieles weitere.

Als Tiefbau-Unternehmer kann er große Gerätschaften sogar teilweise selbst stellen. Am Dienstag packten die Helfer die Spenden und das Equipment zusammen, in der Nacht zu Mittwoch ging es für die Freiwilligen los in die Katastrophengebiete. Das erste Ziel für die Gruppe heißt Ahrweiler: "Was uns da erwartet, weiß natürlich keiner", so Martens. "Aber ich weiß, dass ich das kann, egal was passiert. Ich könnte es ja auch bei mir."

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DLRG, THW und Freiwillige Feuerwehr machen sich ebenfalls auf den Weg

In der Nacht zu Mittwoch (21. Juli) machten sich die über 70 Helfer mit schwerem Gerät aus dem Norden auf den Weg gen Süden.
In der Nacht zu Mittwoch (21. Juli) machten sich die über 70 Helfer mit schwerem Gerät aus dem Norden auf den Weg gen Süden.
© RTL Nord

Nicht nur in Wacken zeigt sich der Norden solidarisch: Am Dienstagnachmittag haben sich bereits rund 600 Einsatzkräfte vom THW, DLRG, der Freiwilligen Feuerwehr und viele mehr auf den Weg nach Reinland-Pfalz gemacht. Mit ihnen knapp 200 Einsatzfahrzeuge. Zunächst ist der Einsatz für 72 Stunden geplant, kann bei Bedarf aber ausgeweitet werden.

Diese Einsatzbereitschaft findet auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) klasse: "Ich wünsche wirklich alles Gute, ich hoffe, dass sie alle wohlbehalten zurückkommen. Sie haben einen großen Einsatz vor sich, danke für dieses großartige Engagement, sag ich stellvertretend glaube ich auch für alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner. Wir sind wahnsinnig stolz auf Sie!"

Wenn Sie ebenfalls helfen wollen, haben Sie hier die Möglichkeit für die Betroffenen in den Überflutungsgebieten zu spenden.

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