Thrombose nach Piks mit AstraZeneca

Wien: Amputation wegen Corona-Impfung - Familienvater (50) verliert Unterschenkel

Symbolfoto: Das Risiko von Thrombosen bei Impfungen mit AstraZeneca wird immer wieder thematisiert: Die Gefahr ist zwar verschwindend gering, es kommt jedoch immer wieder zu Einzelfällen.
Symbolfoto: Das Risiko von Thrombosen bei Impfungen mit AstraZeneca wird immer wieder thematisiert: Die Gefahr ist zwar verschwindend gering, es kommt jedoch immer wieder zu Einzelfällen.
© dpa, Robert Michael, ert kde axs pil

22. Juni 2021 - 8:43 Uhr

AstraZeneca-Impfung endet für Wiener unter dem OP-Messer

Eigentlich soll sie uns schützen – bei Goran D. (50) aus Wien bewirkt die Impfung gegen Covid-19 jedoch das Gegenteil. Nachdem er eine Spritze mit dem Vakzin von AstraZeneca erhalten hat, beginnt für ihn eine Odyssee aus Schmerzen, Krankenhausaufenthalten und Operationen, an deren Ende die Amputation seines Unterschenkels steht. Sogar sein Leben steht zwischenzeitlich auf dem Spiel.

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Klinik schickt Goran D. nach Hause

Am 19. Februar lässt sich der 50-jährige Bauarbeiter gemeinsam mit Kollegen gegen Corona impfen. Er bekommt AstraZeneca in den Arm gespritzt. Zunächst sei alles in Ordnung gewesen, berichtet Goran D. im Interview mit der österreichischen Tageszeitung "Heute": Am 10. März habe ich Fieber bekommen, bin zum praktischen Arzt. Er gab mir Medikamente, meinte, es ist nichts Schlimmes."

Doch das Fieber geht nicht runter. Als Goran D. anfängt Blut zu spucken, sucht er die Wiener Klinik Favoriten auf: "Die Ärzte dort meinten, das ist von den Nasenbohrer-Tests, ich soll wieder nach Hause gehen." Doch sein Zustand verschlimmert sich weiter. Am 13. März hat der Wiener so starke Schmerzen in seinem rechten Bein, dass seine Frau den Krankenwagen ruft.

Goran D. erleidet eine Thrombose im rechten Bein und eine Lungenembolie

Der Vater von drei Kindern erinnert sich noch gut an diesen Tag: "Solche Schmerzen habe ich mein ganzes Leben noch nie gehabt. Mein Bein war weiß, blau und schwarz." In der Klinik Favoriten zeigt die Untersuchung: Der 50-jährige hat eine Lungenembolie sowie eine Thrombose im rechten Bein. Die Ärzte überstellen ihn in eine andere Klinik – diese stellt jedoch fest: Es sei kein sofortiger Eingriff notwendig.

Stattdessen wird er für eine stationäre Behandlung zurück in die Favoriten-Klinik gebracht. Dort geht wenige Tage später ein OP-Marathon los. Dreimal in einer Woche muss er operiert werden: "Jedes Mal meinten die Ärzte, alles wird wieder gut. Bei der letzten Operation hatte ich dann einen Lungeninfarkt, musste kurzfristig in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden", erzählt Goran D. "Heute".

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Das Leben von Goran D. steht zwischenzeitlich auf der Kippe

Glücklicherweise fangen seine Lungen wieder an zu arbeiten, doch weniger später die Schock-Nachricht: Das rechte Bein unterhalb des Knies ist nicht mehr zu retten. Die Ärzte amputieren den Unterschenkel in einer weiteren stundenlangen OP. "Diese Schmerzen, als ich aufgewacht bin, die werde ich mein Leben lang nicht vergessen", beschreibt er im "Heute"-Interview das unvorstellbare Leid.

Neun Tage liegt Goran D. auf der Intensivstation: "Die Ärzte haben nicht geglaubt, dass ich überlebe. Aber ich habe es geschafft." Inzwischen liegt ein medizinisches Gutachten der Universitätsmedizin Greifswald vor, das den Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose bestätigt. Nun hofft Goran D., dass er wenigstens eine Entschädigung und Versehrtenrente bekommt. Der Antrag dazu liegt nach Informationen von "Heute" derzeit beim österreichischen Gesundheitsministerium und wird bearbeitet. Geprüft wird derzeit zudem ein möglicher Behandlungsfehler der Kliniken.

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(nfi)

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