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Tödlicher Unfall auf der A1 in Hamburg: Raser steht wieder vor Gericht

Nach tödlichem Unfall auf der A1

Gericht verurteilt Raser - und alle legen Berufung ein

Am 01.05.2019 kommt es auf der A1 zum Unfall. Ein 48-Jähriger stirbt noch an der Unfallstelle.
Am 01.05.2019 kommt es auf der A1 zum Unfall. Ein 48-Jähriger stirbt noch an der Unfallstelle. Quelle: DPA Video
deutsche presse agentur

von Lina Johannsson und Franziska Starck

Boban I. soll 2019 ohne gültigen Führerschein, alkoholisiert und mit mehr als 200 km/h über die Autobahn in Hamburg gefahren sein, einen Unfall verursacht haben, bei dem ein Mensch ums Leben kam und ein Jahr später erneut ohne Führerschein und alkoholisiert Auto gefahren sein. Dafür wird er im Februar 2021 verurteilt: Drei Jahre Haft, unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und fahrlässiger Tötung. Ein knappes Jahr später soll der Fall neu aufgerollt werden – doch so weit kommt es erst gar nicht.

War es doch kein Autorennen?

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Nebenklage und Verteidigung hatten Berufung eingelegt. Denn die Staatsanwaltschaft wollte neun Monate Haft mehr, die Verteidigung deutlich weniger. Am Donnerstag lässt Boban I. über seinen Verteidiger den Vorwurf des verbotenen Autorennens zurückweisen. „Er bedauert das Geschehen nach wie vor sehr“, sagt sein Verteidiger. Auch das Gericht scheint dem zu folgen, weil „man davon ausgehen musste, dass der Angeklagte theoretisch noch deutlich schneller hätte fahren können. Und deshalb ist das Gericht nicht zu dem Schluss gekommen, dass es ihm eine eine Geschwindigkeitsmaximierung gegangen ist“, so Gerichtssprecher Kai Wantzen.

Am Ende bleibt das Urteil gleich

„Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in der Folgezeit stark alkoholisiert gefahren zu sein und nach wie vor ohne Fahrerlaubnis“, so Kai Wantzen weiter. Das sei bei diesem Verfahren auch zu berücksichtigen. „Man könnte eben erwarten, dass so ein Ereignis eben auch eine Warnung ist, überhaupt noch Auto zu fahren. Und schon gar nicht alkoholisiert.“ Nach knapp drei Stunden ziehen Verteidiger, Nebenkläger und die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsanträge zurück. Die neue bzw. alte Strafe lautet daher: Drei Jahre Haft, das Urteil ist jetzt rechtskräftig. Wann Boban I. seine Strafe antreten muss, ist noch nicht klar. Laut Richter solle dies zügig geschehen.

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Tödlicher Unfall auf der A1

Der 31-jährige Angeklagte soll am 01.05.2019 gegen 02:30 Uhr mit einem BMW Cabrio über die A1 zwischen den Anschlussstellen Billstedt und Öjendorf mit 200 km/h über die Straßen gerast sein. Nahe einer Baustelle kam es laut Anklage zu dem Unfall: Boban I. fuhr demnach auf den Ford eines 48-Jährigen auf. Das Auto wurde durch den Aufprall gegen die rechte Begrenzungsmauer geschleudert, rutschte über die gesamte Fahrbahn und blieb schließlich im linken Fahrstreifen auf dem Dach liegen. Der 48-Jährige verstarb noch am Unfallort. Sein Beifahrer erlitt Rippenbrüche und Prellungen und wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Bei der Unfallaufnahme soll sich Boban I. mit einem gefälschten serbischen Führerschein ausgewiesen haben, eine gültige Fahrerlaubnis besaß er offenbar nicht. Ein anschließender Alkoholtest ergab: 0,4 Promille. Knapp ein Jahr später soll er dann erneut alkoholisiert und ohne gültigen Führerschein durch die Klausstraße und die Eulenstraße in Hamburg-Ottensen mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren sein.