Freundin Julia stützt ihn in schwerer Zeit

Timo Baumgartl über den Kampf gegen Hodenkrebs: "Wir haben zusammen geweint"

So geht es Baumgartl jetzt: "Haben zusammen geheult" Union-Star nach Hodenkrebs zurück
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Union-Star nach Hodenkrebs zurück
So geht es Baumgartl jetzt: "Haben zusammen geheult"

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Union-Berlin-Star Timo Baumgartl hat den Krebs besiegt – Hodenkrebs um genau zu sein. Es war eine harte Zeit, sagt er selbst. Aber auch eine, in der er gelernt hat, die Welt in einem neuen Blickwinkel zu sehen, dankbarer zu sein. Und eine, in der ihm seine Freundin immer zur Seite stand. Die beiden haben Karten gespielt, gekocht und: zusammen geweint, erzählen sie bei einem exklusiven Gespräch mit RTL/ntv in ihrer Berliner Wohnung. Wie sehr sie an der schlimmen Diagnose und der Chemotherapie gewachsen sind und wie es Timo heute geht – oben im Video!

Emotionaler Dank an die Freundin: "Alleine wäre es wirklich schwer gewesen"

Im Mai ist Timo Baumgartl zu einem routinemäßigen Vorsorge-Termin zum Urologen gegangen. „Man geht da mit dem Gedanken hin, zehn Minuten rein, dann ist alles gut“, erinnert sich der Fußball-Profi. Doch bei Baumgartl kam alles anders. „Der Urologe hat sofort gesagt, oh, da ist irgendetwas. Ich habe Julia (seine Freundin, Anm. d. Red.) sofort angerufen“, so Baumgartl weiter. Man gehe selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht davon aus, dass es bösartig sein könnte: „Wir haben versucht, den Tag so normal wie möglich zu verbringen.“

Doch schon wenige Tage danach gab es für das junge Paar die bittere Gewissheit: Der Tumor in Baumgartls Hoden ist bösartig, er muss eine Chemotherapie machen. Ein Schock.

Die Diagnose habe an seinem Selbstbewusstsein genagt, gibt Baumgartl heute zu. „Man fühlt sich als Sportler unbesiegbar, jung, gesund. Ich habe nichts gespürt, gar nichts. Wenn ich nicht zur Vorsorge gegangen wäre, hätte das mit Symptomen angefangen, dann wäre ich jetzt nicht, wo ich jetzt bin“, zeigt sich Baumgartl erleichtert über seinen Arztbesuch.

Dass er jetzt so hier stehe, liege auch an seiner Freundin Julia. „Man denkt jetzt anders übers Leben. Das verändert einen. Sie war die größte Stütze. Ohne sie wäre es wirklich schwer für mich geworden. Sie hat mich jeden Tag gefragt, was ich essen wollte. Das ist alles nicht selbstverständlich. Allein wäre es wirklich schwer gewesen.“

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Timo Baumgartl: "Für die Menschen um einen herum ist es noch schlimmer"

Gemeinsam durch die schwere Zeit. Es war das Motto des jungen Paares. „In den ersten Tagen haben wir zusammen geweint. Das sind Momente, wo man Angst hat. Wo man Angst hat, Menschen zurück zu lassen. Man hat noch so viele Pläne im Leben. Man will Familie, Kinder, Freunde heiraten sehen. Wir haben einfach die Emotionen zugelassen“, gibt Baumgartl Einblicke in die harte gemeinsame Zeit.

Julia ist sich sicher: „Wenn man das zusammen durchsteht, kann man einiges zusammen durchstehen. Man nimmt nicht mehr alles selbstverständlich. Man ist umso dankbarer, wenn man weiß, was alles kommt. Wir können alles ganz anders wertschätzen als vorher.“

Schließlich seien sie mit Timos Sterblichkeit konfrontiert gewesen. „Ich wollte das aber nicht zulassen, wollte mich auf das Positive konzentrieren. Für die Menschen um einen herum, ist es noch schlimmer. Die wissen ja nicht, wies einem geht. Die machen sich natürlich Sorgen. Wir haben versucht, es alles normal wie möglich zu machen. Urlaub, essen gehen, alles was das Immunsystem zulässt. Wir haben das sehr gut hinbekommen“, so Baumgartl während er seine Freundin anstrahlt.

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Baumgartl zurück im Training

Seit ungefähr einer Woche ist Baumgartl endlich zurück auf dem heiligen Rasen seines Clubs Union Berlin. Endlich! „Ich habe die Jungs vermisst, die Gespräche in der Kabine. Das war eine Motivation für mich durchzuhalten“, so Baumgartl. Jeden Tag sei er fünf Kilometer gejoggt, um sich weiter fit zu halten und um den Wiedereinstieg so gut wie möglich vorzubereiten.

Seinen Wunschtermin für ein Comeback hat er schon im Kopf. Ein ambitioniertes Ziel, sagt er selbst. Wann genau er wieder spielen will, verrät er aber nicht. „Das weiß nicht einmal Julia“, lacht er. (ssc/lgr)