So funktioniert die Fleisch-Ampel

Supermärkte führen neue Tierhaltungs-Kennzeichnung für Fleisch ein

01. April 2019 - 11:32 Uhr

Logo soll Haltungsbedingungen auf ersten Blick ersichtlich machen

Ab dem 1. April soll es beim Fleischkauf leichter werden, die Haltungsbedingungen der Tiere zu erkennen. Die großen Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Rewe und Edeka führen eine einheitliche Kennzeichnung auf Verpackungen von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch ein.

Diese soll den Kunden auf den ersten Blick informieren, wie die Tiere gelebt haben. Bei den Logos gibt es vier Stufen, die vom gesetzlichen Mindeststandard bis hin zur Bioqualität reichen. Wie diese aussehen, sehen Sie im Video.

Umstellung in den Supermärkten läuft seit Längerem

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka teilte unmittelbar vor dem Start mit, er stelle bereits seit Mitte März seine Eigenmarkenartikel für Fleisch und Wurstwaren schrittweise auf die neue Haltungsform-Kennzeichnung um. Von jetzt an werde deshalb bereits ein Großteil aller Selbstbedienungsartikel mit der neuen Kennzeichnung erhältlich sein.

Auch Rewe, Aldi und Lidl teilten mit, die Umstellung auf das neue einheitliche Layout des Haltungsform-Siegels laufe bereits und werde nun Schritt für Schritt ausgerollt. Viele Handelsketten hatten bereits in den vergangenen Monaten mit eigenen Kennzeichnungssystemen in Sachen Tierhaltung begonnen. Wegen der Uneinheitlichkeit der Kennzeichnung war das für Verbraucher aber teilweise verwirrend.

Diese vier Stufen gibt es

Das einheitliche System sieht nun vier Stufen vor:

  • Die erste Stufe "Stallhaltung" entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen.
  • Fleisch, das mit der Stufe 2 - "Stallhaltung plus" - gekennzeichnet ist, sichert Tieren unter anderem mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial.
  • Stufe 3 namens "Außenklima" garantiert Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt.
  • Bei Stufe 4 ("Premium") haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien. Auch Biofleisch soll in diese Stufe eingeordnet werden.

Von Foodwatch kommt Kritik

ARCHIV - Ferkel stehen am 05.11.2014 in einem nach der "Initiative Tierwohl" ausgestatteten Stall in Hilter (Niedersachsen). (zu dpa "Landwirte mästen wieder mehr Schweine - Zahl der Betriebe sinkt aber" vom 12.01.2017) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Laut Foodwatch gehe es bei dem neuen Tierhaltungs-Kennzeichnung nur um die formalen Haltungsbedingungen.
© dpa, Ingo Wagner, iwa jol kat uk jol vfd jol

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die neue Kennzeichnung allerdings als "Mogelpackung". Sie gaukele Verbrauchern vor, sie könnten beim Einkauf die Zustände in den Ställen maßgeblich verbessern, sagte der Foodwatch-Experte Matthias Wolfschmidt. Tatsächlich gehe aber nur um formale Haltungsbedingungen. "Das garantiert nicht, dass es den Tieren gut ging."

Mit der Einführung der neuen Kennzeichnung kommt der Handel dem von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplanten staatlichen Label zuvor, mit dem ab 2020 bessere Tierwohl-Bedingungen angezeigt werden sollen.

Quelle: DPA/ RTL.de