Tierärzte warnen vor den Plastikfiguren

Kleine Aldi-Emojis können für Hunde und Katzen lebensgefährlich sein

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20. September 2019 - 11:49 Uhr

Sammel-Emojis sind laut Tierärzten gefährlich

Wer in der letzten Zeit bei Aldi eingekauft hat, wird an dieser Sammelaktion nicht vorbeigekommen sein: Seit Anfang September bekommen Kunden pro 15 Euro Einkaufswert einen kleinen Plastik-Emoji geschenkt, insgesamt gibt es 24 Figürchen zum Sammeln und Spielen. Für viele Familien ein großer Spaß, denn passend zu den Figuren gibt es auch eine Sammelbox mit drei Brettspielen. Auf diesen können die gesammelten Äffchen, Faultiere und Co. dann noch in Aktion treten. Gerade für Kinder wird der Einkauf dadurch zum Erlebnis und die Sammelleidenschaft geweckt. 

Tierärzte schlagen jetzt allerdings Alarm - denn für Katzen und Hunde können die kleinen Sammel-Emojis lebensgefährlich sein.

Plastikfigürchen können zum Darmverschluss führen

Aldi Emojis
Diese Emojis aus Plastik können für Haustiere gefährlich werden.
© Aldi

Die kleinen Plastikfiguren, die in der Vergangenheit auch schon bei Lidl im Rahmen einer Sammelaktion verschenkt wurden, können nämlich von den Tieren verschluckt werden und dann zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen.

Nicole Stordel von der Tierarztpraxis "Hund Katze Maus" aus dem nordrhein-westfälischen Neuss etwa hat in einem Facebook-Post erklärt, dass die kleinen Gummiteilchen gerade auf Katzen scheinbar magisch anziehend wirken. Verschlucken sie die aber, bleiben sie möglicherweise im Darm stecken. Um einen Darmverschluss zu verhindern und das Tier zu retten, wird dann eine Operation notwendig. Ihr Appell: Wenn man die Gummi-Emojis zu Hause habe, sollte man sie unbedingt katzensicher aufbewahren.

Tierhalter berichten auf Facebook von ihren Erfahrungen

Unter dem Post, der bereits tausendfach geteilt wurde, berichten zahlreiche Tierhalter von ihren Erfahrungen mit ihren Katzen und Hunden und den bunten Figürchen - und leider auch von Not-OPs, die für ihre Lieblinge notwendig wurden. "Meine Katze hatte auch einen Darmverschluss durch so ein Ding ... leider hat sie die OP nicht überlebt. Ich dachte auch, ich hätte die Dinger gut und katzensicher verstaut, leider hat sie in meiner Abwesenheit die Kiste mit den Gummitieren geöffnet", schreibt etwa Userin Nadine.

Kleinteile sind für Kinder und Haustiere gefährlich

"Die Emojis wurden sowohl in der Chemie als auch in der Richtlinienkonformität geprüft und erfüllen die Vorgaben der Spielzeugnorm. Wie bei kleinteiligen Spielzeugen üblich, weisen wir auf der Packung der Emoji-Figuren deutlich auf kleine Teile und die mögliche Erstickungsgefahr hin", sagt eine Aldi-Sprecherin zu den Aktionsfiguren. Was für kleine Kinder gilt, muss also in jedem Fall auch für Haustiere beachtet werden.

Darauf müssen Tierbesitzer achten

Was können Tierhalter tun, wenn sie die Plastikfiguren zu Hause haben oder der Verdacht besteht, ihre Katze oder ihr Hund könnte eine der Figuren verschluckt haben?

  • Kleine Plastikfiguren sicher verwahren: Das sollte immer gelten, wenn kleine Kinder und Haustiere im Haushalt leben. Verstauen Sie kleine Plastikteile außerhalb ihrer Reichweite, etwa in einer verschlossenen Box oder im Schrank.
  • Tier beobachten, wenn eine Figur fehlt: Hat das Tier eine Figur tatsächlich verschluckt, scheidet es sie möglicherweise wieder über den Kot aus oder würgt sie später wieder hervor.
  • Symptome des Tiers beachten: Wenn sich Ihre Katze oder Ihr Hund erbricht, offensichtlich Bauchschmerzen hat und - bei einem Darmverschluss ein deutliches Zeichen - keinen Kot mehr absetzt, sind das Alarmsignale. Bringen Sie Ihr Tier in solchen Fällen schnell zu einem Tierarzt und lassen Sie es dort untersuchen.
  • Beobachten, womit Ihr Tier spielt: Sorgen Sie generell dafür, dass sowohl Kleinkinder als auch Haustiere keine kleinen Plastikteile zu fassen bekommen, die sie verschlucken können. Neben den Emoji-Figuren gibt es zahlreiche andere Kleinteile, die unter Umständen gefährlich sein können.

Hier zeigen wir, welches Spielzeug für Ihre Katze am besten ist.

Warum eine Tierklinik auch davor warnt, Hunde durch Felder und hohe Graswiesen laufen zu lassen, lesen Sie hier.