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Tief „Ylenia“ tobt im Norden: Sturmflut überschwemmt erneut Fischmarkt in Hamburg

1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser

Sturmflut überschwemmt erneut Hamburger Fischmarkt

17.02.2022, Hamburg: Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle ist am Morgen während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe überschwemmt. Der Hamburger Fischmarkt ist am frühen Donnerstagmorgen erneut überflutet worden. «Am Pegel St. Pauli wurde ge
Sturmtief Ylenia - Hamburger Fischmarkt steht unter Wasser
dbo ost, dpa, Daniel Bockwoldt

Mit gewaltigen Orkanböen ist das Sturmtief „Ylenia“ in der Nacht auf Donnerstag über den Norden gefegt. Der Hamburger Fischmarkt: erneut überflutet! Und das genau 60 Jahre nach der Nacht, in der eine gewaltige Sturmflut 315 Hamburgern das Leben kostete und die Fluten Tausende obdachlos machte.

Wasser und Wellen statt Fisch und Gemüse

Wo sonst am Sonntagmorgen Fisch, Gemüse und Brot verkauft wird, ist am frühen Donnerstagmorgen nur eine riesige Wasserfläche. Der Hamburger Fischmarkt ist erneut überflutet worden. Bereits Anfang Februar stand die Fläche an der Elbe unter Wasser , doch dieses Mal lässt der Sturm das Wasser enorm ansteigen. „Am Pegel St. Pauli wurde gegen 5.00 Uhr ein Wert von 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW) gemessen“, so ein Sprecher des Sturmflutwarndienstes des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. An der Nordseeküste spricht das BSH ab 1,5 Meter über MHW von einer Sturmflut. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Keine großen Schäden in Schleswig-Holstein

Auch Schleswig-Holstein wird vom Sturm nicht verschont. Umgekippte Bäume, abgeknickte Äste und lose Dachziegel: Sturmtief „Ylenia“ hat in der Nacht zum Donnerstag viele Feuerwehreinsätze ausgelöst. Große Schäden blieben aber bis zum Morgen aus. An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste gab es in einigen Orten eine Sturmflut - in Husum etwa wurde ein Pegelstand von 1,64 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen. An vielen anderen Pegeln blieben die Wasserstände allerdings unter dem Wert einer Sturmflut. So fehlten in Dagebüll drei Zentimeter für eine Sturmflut (1,47 Meter über MHW) und auch in Büsum blieb der Wert mit 1,45 Meter knapp unter einer Sturmflut. In Hörnum auf Sylt wurden nur 1,35 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen. Auch die niedersächsischen Pegelstände an der Nordsee blieben unter den offiziellen Werten einer Sturmflut.

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Am Nachmittag soll das Wasser steigen

Auch für das Mittags- beziehungsweise Nachmittagshochwasser am Donnerstag warnte das BSH vor erhöhten Wasserständen. Im Hamburger Elbgebiet können es dann wieder 1,5 bis 2 Meter über dem mittleren Hochwasser werden. An der ostfriesischen Küste könnte das Hochwasser etwa 1 Meter höher als das mittlere Hochwasser werden, an der schleswig-holsteinischen Küste und im Weser- und Elbegebiet bis zu 1,5 Meter.

Auf Helgoland wurden in den frühen Morgenstunden eine Windstärke von 137 km/h gemessen. Ab 118 km/h spricht man von Orkanböen. Auf dem Brocken zieht der Wind sogar mit 152 km/h vorbei.(dpa/cto)