Explosive Kritik bei Absolvia in Dallas

Jahrgangsbeste ändert spontan Abschlussrede und kritisiert neues Abtreibungsgesetz

Highschool-Absolventin Paxton Smith aus Dallas änderte heimlich ihre Abschlussrede und kritisierte das neue Abtreibungsgesetz in Texas.
Highschool-Absolventin Paxton Smith aus Dallas änderte heimlich ihre Abschlussrede und kritisierte das neue Abtreibungsgesetz in Texas.
© dpa

04. Juni 2021 - 17:15 Uhr

Rede heimlich geändert

Was für ein Mut: In ihrer Abschlussrede hat die Highschool-Absolventin Paxton Smith aus Dallas das neue Abtreibungsgesetz des US-Bundesstaats Texas scharf kritisiert. Zuvor hatte sie ihr Manuskript von der Schule absegnen lassen – allerdings zu einem anderen Thema.

Neues Gesetz verbietet Abtreibung - sogar bei Inzest und Vergewaltigung

Mit ihrer Rede richtete sich die Jahrgangsbeste der Lake Highlands Highschool gegen das neue Abtreibungsgesetz ihres Heimatstaates. Das sogenannte "Heartbeat Bill"-Gesetz hatte Texas republikanischer Gouverneur Greg Abbott erst vor gut zwei Wochen unterzeichnet – im September soll es in Kraft treten. Ab dann sollen Abtreibungen verboten sein, sobald der Arzt einen Herzschlag nachweisen kann, spätestens aber nach der sechsten Schwangerschaftswoche. Viele Frauen wissen in diesem frühen Stadium nicht einmal, dass sie schwanger sind. Zudem gilt das Verbot auch für Frauen, die durch eine Vergewaltigung oder Inzest schwanger wurden. Einzige Ausnahme sind medizinische Notfälle.

"Wir können nicht schweigen"

Und so ändert die junge Frau kurzerhand ihre Rede, die eigentlich von Medienkonsum handeln sollte: "Angesichts der jüngsten Ereignisse fühlt es sich falsch an, über etwas anderes zu sprechen als über das, was mich und Millionen andere Frauen in diesem Staat derzeit betrifft." Sie kritisiert, dass den Frauen durch das neue Gesetz ihr Selbstbestimmungsrecht genommen wird: "Eine Entscheidung, die den Rest ihres Lebens beeinflussen wird, wird von einem Fremden getroffen." Und sie spricht auch von ihrer persönlichen Angst, sich durch eine ungewollte Schwangerschaft – sei es durch versagende Verhütungsmittel oder eine Vergewaltigung – ihre Träume für die Zukunft nicht erfüllen zu können. Auch deshalb kann sie an diesem Tag nicht nichts sagen und beendet ihre Rede mit den Worten: "Wir können nicht schweigen."

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Lob von Hillary Clinton

Dem US-Sender "CBS" erzählt Smith anschließend, dass sie Angst hatte, ihre Rede nicht zu Ende halten zu können: "Sie sollen einem das Mikrofon ausschalten, wenn man vom Skript abweicht. Und ich bin weit vom Skript abgewichen." Doch sie kommt bis zum Ende und erntet großen Applaus. Nachdem die Rede anschließend auf YouTube landet, gibt es sogar prominente Unterstützung. So twittert beispielsweise Hillary Clinton: "Das war mutig. Danke, dass du nicht geschwiegen hast, Paxton." (AP/nfi)