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Teurer Berufswunsch: Wer Fahrlehrer werden will, braucht 11.000 Euro!

Nachwuchsmangel hinter dem Steuer

Teurer Berufswunsch: Wer Fahrlehrer werden will, braucht 11.000 Euro!

Wer Fahrlehrer werden will, braucht 11.000 Euro! Nachwuchsmangel hinter dem Steuer
02:23 min
Nachwuchsmangel hinter dem Steuer
Wer Fahrlehrer werden will, braucht 11.000 Euro!

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Den Führerschein machen: Das bedeutet für viele junge Menschen ein Stück Freiheit, der nächste Schritt zum Erwachsenwerden. Doch die Fahrschulen in Hessen haben ein großes Problem: es fehlt der Nachwuchs und zwar nicht bei den FahrSCHÜLERN, sondern bei den FahrLEHRERN. Der Grund dafür ist eine lange Ausbildung und viel Geld. Mehr im Video!

Ordentlich blechen, aber nichts verdienen!

Das Nachwuchsproblem kennt auch Fahrlehrerin Nadine Riegel. Seit 15 Jahren arbeitet sie als Fahrlehrerin in Bad Hersfeld – und zwar mit Begeisterung. Doch wenn sie auf die aktuelle Personallage schaut, flaut diese Begeisterung ein wenig ab: „Seit dem ich Fahrlehrerin bin, haben wir eigentlich immer nach einem Ersatzmann gesucht, weil wir immer nur zu zweit waren und haben auch eine Anzeige bei der Bundesagentur für Arbeit drin. Aber da hat sich halt nie jemand gemeldet.“ Denn die Anforderungen für eine Ausbildung zum Fahrlehrer sind hoch – und teuer.

„Man muss mindestens 21 Jahre alt sein, muss mindestens ein Hauptschulabschluss haben und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder aber Abitur, Fachabitur. Das sind so die Voraussetzungen, die man haben muss. Und dann geht man in eine Fahrlehrerfachschule und macht einen Lehrgang. Und dieses Lehrgang ist sehr, sehr lang“, so Aribert Kirch, Vorsitzender der Fahrlehrervereinigung Hessen. Dazu kommt noch der stolze Preis von 11.000 Euro, den angehende Fahrlehrer für die Ausbildung blechen müssen.

Nadine Reich liebt ihren Job, Nachwuchs sucht sie jedoch vergeblich.
Nadine Reich liebt ihren Job als Fahrlehrerin, Nachwuchs sucht sie jedoch vergeblich.
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Personal-Kampf bei den Fahrschulen

Dieser Personalmangel führt auch unter den Fahrschulen zu Konkurrenz. Jakob Gerspach ist seit 2015 Fahrlehrer in Frankfurt und einige seiner Mitarbeiter haben bereits gut bezahlte Angebote von der Konkurrenz bekommen. Sein Glück: seinen Mitarbeitern gefällt es bei ihm und so bleiben sie ihrem Chef treu. Wie lange die Branche den akuten Fahrlehrermangel noch aushält, ist jedoch fraglich. (dgö)