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Test Zahnversicherungen: Nur jede Vierte ist 'sehr gut'

Test Zahnversicherungen
Zahnversicherungen lohnen sich jetzt eher. 'Sehr gut' sind aber nach Ansicht der Prüfer von 'Finanztest' nur 33 von 147 Tarifen. Und es gibt auch Versicherer, die ihre Kunden täuschen wollen. © dpa, Nestor Bachmann

Zahnversicherern auf den Zahn gefühlt

Au Backe“, nennt der ‚Finanztest‘ seine kritische Begutachtung der 2012 angebotenen Zahnversicherungen. Es ist aber längst nicht mehr so schlimm wie noch zwei Jahre zuvor: Immerhin 33 von 147 Versicherungen wurden mit dem Prädikat ‚Sehr gut‘ ausgezeichnet. Beim Test 2010 schafften das von 116 Tarifen nur ganze 16. Fazit der Tester: Auch angesichts der diesjährigen Kostensteigerungen in der Zahnarzt-Rechnung lohnt sich die Zahnversicherung, wenn man mehr als die Regelversorgung wünscht.

Angenehm war der Besuch beim Zahnarzt noch nie. Die Kostensteigerung 2012 sorgt dafür, dass es durch einen deutlich tieferen Griff in die Tasche des Patienten noch unangenehmer wird. Kostenbeispiele:

Eine einfache Krone kostet je nach Steigerungssatz, den der Arzt je nach Schwierigkeitsgrad veranschlagt, zwischen 214 und 330 Euro. Mehrkosten 2012: rund 25 Prozent.

Eine verblendete Krone schlägt bei dem Steigerungssatz von 2,7 mit 540 Euro zu Buche. Die Kasse zahlt (mit 10-Jahre-Bonus) gerade mal 163 Euro. Sie bleiben auf Kosten von mindestens 377 Euro sitzen.

Ein Inlay (mit Steigerung 3,0) kommt auf 600 Euro. Die Kasse zahlt 45 Euro. Ihre Ersparnisse verringern sich um 555 Euro.

Soll es aber ein Implantat sein, berechnet der Arzt rund 3.000 Euro. Die Kasse gibt 387 Euro dazu. Sie blechen 2.613 Euro für den neuen Zahn. Das tut wirklich weh!

Die Beispiele verdeutlichen, dass sich eine Versicherung durchaus lohnen kann. Eine ‚sehr gute‘ Police bekommen Sie bereits ab 18 Euro im Monat für ein Eintrittsalter von 43 Jahren.

Die Versicherungen funktionieren nach zwei unterschiedlichen Modellen: A) wie eine Lebensversicherung mit festen Beiträgen und B) wie eine Schadenversicherung (weil die Zahnschäden mit den Alter zunehmen) mit steigenden Beiträgen bei höherem Alter. Die Tester sehen die letzte Variante nur leicht im Vorteil. Aber Achtung! In beiden Varianten sind Beitragserhöhungen möglich, wenn die Kalkulation des Versicherers korrigiert werden muss.

Die Testsieger und die Nieten:

Mit einer glatten 1 benoten die Tester in Variante B (steigende Beiträge) fünf Tarife, darunter die der DFV, Tarif ZEVp+ZEH+ZIV für 32 Euro im Monat und die Ergo Direkt ZAB+ZAE+ZBB für 30 Euro.

Außerdem 'sehr gut' mit 1,0 sind:

Neckermann, Tarif ZAB+ZAE+ZBB, 30 Euro

Neckermann, Tarif ZAB+ZAE+ZBB, ZBE 33 Euro

Stuttgarter Tarif Zahn Premium, 28 Euro.

Besonders günstig und mit der Note 1,5 immer noch 'sehr gut':

DKV, Tarif DT85, 17 Euro.

Bei den Verträgen nach Variante A (mit festen Beiträgen) siegten mit der Note 1,1 acht Versicherungen. Darunter befinden sich die Allianz (Tarif ZahnBest ab 22 Euro) und die Central, Tarif vitaZ1 ab 28 Euro.

Weiterhin 'sehr gut' (1,1):

HanseMerkur, Tarif EZ+EZT, 18 Euro

HanseMerkur, Tarif EZ+EZT+EZP, 25 Euro

LVM, Tarif Dentalplus, 27 Euro

R+V, Tarif Zahn Premium, 29 Euro

R+V, Tarif Zahn Premium+ZV, 38 Euro

Sehr günstig und mit der Note 2,1 immer noch 'gut' ist:

Central VitaZ3 für 8 Euro.

Fünfen und Sechsen wurden diesmal nicht verteilt, es gab aber in Variante A (feste Beiträge) sehr schwache Vieren (4,5 und 4,4), zum Beispiel Deutscher Ring, Tarif dent 50 oder Gothaer ZEG+MediProphy. In Variante B (steigende Beiträge) waren die schwächsten Versicherer immerhin ‚gute Vieren‘ (3,7).

Ganz allgemein gilt: in den ersten acht Monaten nach Abschluss zahlt die Versicherung nicht. Auch Schäden, die bereits vor Abschluss der Versicherung dem Arzt bekannt waren, werden nicht erstattet.

Äußerst übel: Nach wie vor gibt es Versicherungen nach Art der Rosstäuscher. Da wird ‚100% Erstattung‘ beworben, bei genauerem Hinsehen sind es aber nur 100 Prozent der Kassenleistung. Bei einem Implantat bedeutet das, dass Sie auf über 1.600 Euro sitzen bleiben.

Manche Versicherungen schließen auch Inlays aus oder deckeln den jährlichen Höchstzuschuss unangemessen niedrig. Wer bereits eine alte Zahnversicherung hat, sollte prüfen, ob er sie nicht kündigen kann. Die neuen Policen sind meist besser und günstiger.

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