Jetzt kann es losgehen

Tesla-Fabrik in Brandenburg genehmigt

02.03.2022, Brandenburg, Grünheide: Die Baustelle der Tesla Fabrik Berlin Brandenburg mit dem Rohbau für die künftige Batteriefabrik. Eine Entscheidung über die Genehmigung der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin rückt näher.
Baustelle Tesla Fabrik Berlin Brandenburg
ppl fdt, dpa, Patrick Pleul

Tesla darf grundsätzlich in Grünheide bei Berlin die Produktion aufnehmen. Am Freitag erteilte das Landesamt für Umwelt Brandenburg trotz zahlreicher Proteste und Beschwerden die endgültige Baugenehmigung für die Großfabrik. Allerdings muss Tesla einige Auflagen erfüllen, weil die Genehmigung sonst wieder entzogen werden könnte.

Umstrittene "Giga-Factory"

Über wenige Großbaustellen wurde in Deutschland so gestritten, wie über die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin. Fast zwei Millionen Quadratmeter Wald mussten für die Ansiedlung gerodet werden. Das rief Umweltschützer auf den Plan – auch weil bei der angeschlossenen Batterie-Fabrik mit umweltschädlichen Stoffen hantiert wird, die die Natur nachhaltig beeinflussen könnten.

Auf der anderen Seite steht die wirtschaftliche Sicht. 500.000 Elektro-Autos sollen in dem Werk jährlich entstehen, 40.000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren entstehen.

Doch bis vor Kurzem war gar nicht klar, ob der bereits erfolgte Baubeginn eigentlich zulässig ist. Denn Tesla hatte einfach angefangen zu bauen, ohne eine Genehmigung zu haben. Im schlimmsten Fall hätte das bedeutet, dass Firmen-Gründer Elon Musk Millionen Euro in den Sand gesetzt hätte und alles wieder hätte abreißen müssen.

Vor rund zwei Jahren begann schon der Bau

Vor rund zwei Jahren begann die Rodung der ersten Bäume auf dem Gelände. Geplant ist, in einer ersten Phase mit rund 12.000 Beschäftigten bis zu 500.000 Autos pro Jahr zu produzieren. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Konsequenzen für die Umwelt, sie halten auch die Wasserversorgung für gefährdet.

Tesla-Chef Elon Musk hatte gehofft, schon im Sommer 2021 mit der Produktion starten zu können. Doch der Termin verschob sich immer weiter. Ein Grund war, dass das Unternehmen seinen Antrag zur Genehmigung um die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik ergänzt hatte. Nachdem der aktualisierte Antrag vorlag, begann eine Erörterung Hunderter Einwände von Kritikern, die das Land nach Kritik von Umweltverbänden wegen einer Frist wiederholte.

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Tesla verzichtete auf staatliche Förderung in Milliardenhöhe

Doch soweit ist es nun nicht gekommen. Am Freitag hat Tesla die endgültige Baugenehmigung bekommen. „Der heutige Tag, der 4. März, ist für Brandenburg ein großer Schritt in die Zukunft", sagte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke. "Urplötzlich kennt man uns", sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Tatsächlich ist das Werk in Grünheide die erste Tesla-Produktionsstätte in Europa und erst die zweite außerhalb der USA.

Lese-Tipp: Tesla-Fabrik Grünheide: So kriegen Sie einen Job bei Elon Musk

Doch die Baugenehmigung ist an hohe Auflagen geknüpft. 113 Auflagen zur Luftreinhaltung und 96 Auflagen zum Trinkwasserschutz muss Tesla erfüllen. Vor allem auch wegen des starken Chemikalien-Einsatzes bei der Batterie-Herstellung.

Der Produktionsstart der „Giga-Factory“, wie Musk seine Teslafabriken nennt, war ursprünglich bereits für Sommer 2021 geplant gewesen. Da Tesla aber neben dem Autowerk auch eine Batteriefabrik errichtet, mussten die Anträge geändert werden

VW kündigt zeitgleich E-Auto-Produktion an

Doch nicht nur für Tesla gab es heute grünes Licht. Auch Europas größter Autobauer Volkswagen kündigte heute die E-Auto-Produktion im Stammwerk in Wolfsburg an. Ab 2026 sollen die ersten „Trinity-Wagen“ vom Band laufen. Damit hofft VW die Lücke zu Tesla etwa schließen zu können.

Allerdings setzt Firmengründer Elon Musk bereits seit 2003 alles auf eine Karte und hat im Jahr 2021 bereits 936.200 Elektro-Autos verkauft. VW liegt mit nur 452.900 verkaufen E-Autos weit dahinter. (sst)

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