Team Wallraff: Burger King kündigt Vertrag mit Franchise-Nehmer Yi-Ko Holding fristlos

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11. Dezember 2014 - 15:25 Uhr

Burger King: Kündigung nach erneuten RTL-'Team Wallraff'-Recherchen

Knapp eine Woche, nachdem die RTL-Redaktion "Team Wallraff" die Geschäftsführung von Burger King mit neuen Rechercheergebnissen zu den Hygiene- und Arbeitsbedingungen beim Franchisenehmer Yi-Ko-Holding konfrontiert hat, hat die Geschäftsführung der Fast-Food Kette am Mittwoch dem Betreiber von 89 Filialen fristlos gekündigt.

Bereits Ende April hatte die RTL-Enthüllungs-Reportage "Team Wallraff – Reporter Undercover" in mehreren Filialen des Franchisenehmers Ergün Yildiz der Fastfoodkette Burger King unzumutbare Hygiene- und Arbeitsbedingungen aufgedeckt. Ein in mehreren Restaurants eingeschleuster Undercover-Reporter hatte mit versteckter Kamera u.a. gravierende Verstöße gegen die Burger-King-eigenen Richtlinien und gegen die Lebensmittelverordnung dokumentiert. Nach Ausstrahlung der Sendung hatte Burger King umfangreiche Verbesserungen der Missstände öffentlichkeitswirksam angekündigt. Zudem war Yildiz als Geschäftsführer der Yi-Ko Holding GmbH, die die betroffenen Restaurants betrieb, zurückgetreten.

Wie angekündigt, recherchierte "Team Wallraff" weiter, um nachzuprüfen, ob Ankündigungen auch Taten folgten. So recherchierte die Redaktion erneut auch Undercover in mehreren Restaurants der Yi-Ko Holding und ging dabei auch zahlreichen neuen Hinweisen von Mitarbeitern über weiterhin schlechte Arbeitsbedingungen nach.

Einige der Ergebnisse: Auch weiterhin werden viele der Burger-King-Standards in den Yi-Ko Restaurants nicht eingehalten. So werden Zutaten noch immer 7 Stunden und länger statt der maximal erlaubten 4 Stunden ungekühlt in Küche gelagert. Auch die Arbeitsbedingungen für die eigenen Mitarbeiter bleiben weiterhin kritisch: Verzögerte Gehaltszahlungen oder ausbleibende Lohnfortzahlung bei Krankheit sind nach wie vor an der Tagesordnung. Zudem ist die Yi-Ko – anders als die anderen Franchisnehmer von Burger King - aus dem Tarifverbund BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) ausgestiegen. Bei Neuverträgen ab März 2015 hätte somit nur noch Mindestlohn gezahlt werden müssen, also keinerlei Nacht- Wochenend- und Feiertagszuschläge, kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld. "Team Wallraff" hat auch eigene Hinweise darauf, dass der ehemalige Geschäftsführer der Yi-Ko Holding Ergün Yildiz, trotz seines Rücktritts im Mai, im Hintergrund weiter die Fäden zieht. Er ist noch immer Gesellschafter des Unternehmens und dem neuen Geschäftsführer Dr. Dieter Stummel vorgesetzt.

Mit diesen und anderen Ergebnissen monatelanger Recherchen hatte die "Team Wallraff"-Redaktion die Burger King Beteiligungs GmbH und ihren Geschäftsführer Andreas Bork am Donnerstag vergangener Woche (13. November) schriftlich in Form eines Fragenkatalogs konfrontiert. Am 17. November wurde nochmals ein ergänzender Fragenkatalog zugestellt. Fristsetzung für eine Antwort war Donnerstag, 20. November. Kurz vor Ende dieser Fristsetzung hat Geschäftsführer Andreas Bork jetzt via Pressemitteilung die fristlose Kündigung des Franchsisenehmers Yi-Ko bekannt gegeben.