Ihr Ehemann saß wegen sexuellen Missbrauchs mehrere Jahre im Knast!

Tagesmutter in Siegburg lässt vorbestraften Sex-Täter mitarbeiten - Erlaubnis entzogen

Symbolbild
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© dpa, Julian Stratenschulte

23. Juni 2021 - 12:59 Uhr

Der Tagesmutter wurde die Erlaubnis entzogen

Dieser Fall macht sprachlos! Einer Tagesmutter, die zusammen mit einer weiteren Tagespflegerin eine Großtagespflege in Siegburg betrieb, wurde nun die Erlaubnis entzogen. Der unfassbare Grund: Sie beschäftigte ihren Ehemann dort als Hausmeister. Der Mann saß zuvor mehrere Jahre im Knast – wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern!

Er beaufsichtigte sogar zwei Kinder

Bei einem unangemeldeten Besuch fanden Mitarbeiter des Jugendamtes den Ehemann der Frau in den Räumlichkeiten vor. Außerdem stellte sich heraus, dass die Tagesmutter ihm vorübergehend die Aufsicht über zwei Kinder überlassen hatte. Der Mann war wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein nach Verbüßung der Haft ausgesprochenes Kontaktverbot zu Kindern war 2017 ausgelaufen.

Die Stadt Köln entzog der Frau die Tagespflegeerlaubnis. Diese wandte sich daraufhin mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht und machte geltend, ihr Ehemann habe sich lediglich zu Hausmeistertätigkeiten in der Einrichtung aufgehalten. Dabei sei eine Überschneidung mit den Betreuungszeiten der Kinder nicht immer vermeidbar gewesen. Als das Verwaltungsgericht den Eilantrag ablehnte, legte die Klägerin Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster ein - ohne Erfolg.

Das OVG entschied, dass die Tagesmutter nicht mehr die erforderliche Eignung für die Kindertagespflege besitze, wenn ihr wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter Mann dort auch arbeitet. (dpa/jar)

Beschluss ist unanfechtbar

Zur Begründung führte der 12. Senat aus, dass die Erlaubnis zur Kindertagespflege voraussetze, dass die Tagespflegeperson die von ihr betreuten Kinder auch vor möglichen Schädigungen durch Dritte schützt. Damit sei es unvereinbar, dass die Frau nicht sicherstellte, dass der Ehemann die Hausmeisterarbeiten nur in der Abwesenheit von Kindern durchführte. Zudem ergebe sich eine drohende Kindeswohlgefährdung allein dadurch, dass sie dem Mann Kinder zur Betreuung überlassen habe. Der OVG-Beschluss vom 21. Juni ist unanfechtbar.

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