RTL News>News>

Supermarkt in Asperg: Streit um Abgabe-Limit bei Speiseöl eskaliert - Familie dreht durch

Familie dreht durch - Mitarbeiter holt Nudelholz!

"Die wollten 30 Liter": Speiseöl-Streit in Supermarkt eskaliert

 15.03.2022 Dortmund Vor leeren Regalen stehen die Verbraucher jetzt oft , wenn sie nach Sonneneblumenöl oder preiswertem Speiseöl suchen. Aufgrund des Ukrainekrieges sind die Lieferwege blockiert. Der Seeweg über das Schwarze Meer ist zur Zeit durch
Vor leeren Regalen stehen die Verbraucher jetzt oft , wenn sie nach Sonneneblumenöl suchen (Symbolbild)
www.imago-images.de, IMAGO/Cord, IMAGO/Anja Cord

Jetzt auch noch das: Speiseöl wird knapp und die Deutschen können mit diesem neuen Mangel offenbar so gar nicht umgehen. In einem Supermarkt in der Nähe von Stuttgart ist ein Streit wegen des goldenen Tropfens eskaliert. Eine Familie wollte nämlich mehr Öl kaufen als zugewiesen. „Die wollten 30 Liter“, sagte der Betreiber des Supermarktes zu „Stuttgarter Nachrichten“.

Fünfköpfige Gruppe überschreitet Abgabe-Limit von Speiseöl

Nach Polizeiangaben wollte eine fünfköpfige Gruppe am Freitag mehr Flaschen Speiseöl kaufen, als von dem Laden in Asperg im Landkreis Ludwigsburg derzeit wegen der hohen Nachfrage pro Person abgegeben wird. Zwei Männer aus der Gruppe sollen die Mengenbegrenzung nicht akzeptiert haben. Sie schrien die Kassiererin den Angaben zufolge zuerst an und drohten ihr dann beim Verlassen des Geschäfts verbal mit einer Gewalttat.

Ein 36 Jahre alter Mitarbeiter folgte der Gruppe daraufhin zu ihrem Auto, um sie mit einem Nudelholz in der Hand zur Rede zu stellen. Die beiden Männer aus der Gruppe hätten sich jedoch nicht gesprächsbereit gezeigt und Ziersteine aus einem Steinkübel auf den 36-Jährigen geworfen, berichtete die Polizei.

Wie viele Flaschen Speiseöl die Gruppe kaufen wollte, konnte eine Sprecherin der Polizei nicht sagen. Gegen die beiden aggressiven Männer werde nun wegen ihrer Drohungen ermittelt.

Warum wird Speiseöl knapp?

Anfang der Corona-Krise horteten die Menschen Klopapier und Nudeln aus Sorge, dass die Supermärkte wegen des Shutdowns schließen könnten. Rund zwei Jahre später fehlt es wieder an Lebensmitteln in Deutschland – dieses Mal sind vor allem die Ölregale leer.

Grund dafür: Sonnenblumenöl wird zu 51 Prozent aus der Ukraine importiert, wo derzeit sämtliche Produktionen wegen Putins Angriffskrieges still stehen. Es fehle deshalb an Nachschub, wie Gerhard Brankatschk, Geschäftsführer des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid), am Montag der dpa mitteilte: "Die Vorräte reichen voraussichtlich noch für wenige Wochen.“ Auch Chips und Pommes könnten dann Mangelware werden , schließlich wird zur Produktion der Kartoffelspeisen jede Menge Sonnenblumenöl benötigt. Ein Teufelskreis, der weite Wellen schlägt. (dpa/cch)