Auf die Art der Zubereitung kommt es an

Studie: Tägliche Käffchen tun der Leber gut

Die medizinische Forschung ist sehr daran interessiert, was Kaffeekonsum bei Menschen langfristig bewirkt.
Die medizinische Forschung ist sehr daran interessiert, was Kaffeekonsum bei Menschen langfristig bewirkt.
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10. September 2021 - 6:31 Uhr

Wie wirkt sich Kaffee-Konsum langfristig aus?

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen: 166 Liter Kaffee trinkt jeder durchschnittlich pro Jahr. Kein Wunder, dass auch die medizinische Forschung sehr daran interessiert ist, was Kaffeekonsum bei Menschen langfristig bewirkt. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass die täglichen Käffchen der Leber guttun. Die mögliche Schutzwirkung war dabei nicht an den Koffeingehalt gekoppelt. Die Art der Zubereitung könnte allerdings sehr wohl eine Rolle spielen. Das berichtet das Ärzteblatt.

Seltener chronische Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs

Galt der heiße Bohnentrunk lange Zeit wegen des Koffeins als ungesund, so setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Kaffee durchaus gesundheitsförderlich ist. Menschen, die täglich Kaffee trinken, erkranken und sterben zum Beispiel seltener an chronischen Lebererkrankungen. So das Resultat einer Studie, die in der BMC Public Health veröffentlicht wurde.

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Kaffee besteht aus mehr als 1.000 bekannten und ebenso vielen unbekannten Inhaltsstoffen. Einige davon haben möglicherweise eine leberschützende Wirkung. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Kaffeetrinker seltener an einer Leberzirrhose und Leberkrebs erkranken, so die Fachzeitung. Ein Team um Oliver Kennedy von der Universität Southampton ermittelte in der Studie eine allgemeine vorbeugende Wirkung gegen alle chronischen Lebererkrankungen, deren Häufigkeit vor allem aufgrund der ernährungsbedingten Fettleber in den meisten Ländern zunimmt.

Am Koffein liegt es nicht - aber an der Zubereitung

Grundlage der Untersuchung sind die Daten aus Großbritannien. Fast 500.000 Personen hatten sich in einem Fragebogen zu ihrem Kaffeekonsum geäußert. Die Schutzwirkung war dabei in gleicher Stärke für entkoffeinierten Kaffee nachweisbar - am Koffein liegt es also nicht. Die Wirkstoffe dürften demnach eher wasserlösliche Bestandteile wie Kahweol und Cafestol sein, die beim Filterkaffee in der größten Menge in den Kaffee gelangen. Für ihn wurde in der Studie die größte schützende Wirkung gefunden. Für den Kaffee aus einer Siebträgermaschine, die eher die fettlöslichen Anteile extrahiert, war dagegen keine schützende Wirkung erkennbar.

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Die Forscher weisen aber darauf hin, dass Daten-Studien keinen direkten kausalen Zusammenhang beweisen. Daher wollen sie der Sache mit weiteren klinischen Studien weiter auf den Grund gehen. (ija)