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Pflanzliche Heilmittel

Studie: Kann Orangensaft den Blutdruck senken?

Woman sitting in living room and drinking orange juice, Frau, die im Wohnzimmer sitzt und Orangensaft trinkt
Woman sitting in living room and drinking orange juice, Frau, die im Wohnzimmer sitzt und Orangensaft trinkt
© picture alliance / Bildagentur-o, Tetra Images/Bildagentur-online

23. November 2020 - 13:31 Uhr

Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems dank Orangensaft?

Gibt es Hoffnung für alle Bluthochdruck-Patienten, ihre Beschwerden ohne Chemie in den Griff zu bekommen? Eine gemeinsame Studie der Hochschule Geisenheim (bekannt für ihren Weinbau-Studiengang) und der Universitätsklinik in Clermont-Ferrand soll untersuchen, ob der regelmäßige Konsum von Orangensaft tatsächlich den Blutdruck auf Normalwerten halten kann.

Orangen-Inhaltsstoff "Hesperidin" unter der Lupe

Bisherige Studien sind laut Hochschule schon durchaus vielversprechend. Dabei sei der in Orangen und Orangensaft enthaltene Pflanzenstoff Hesperidin bereits in den Fokus der Ernährungsforschung gerückt. "Starke Hinweise" gäbe es, dass dieser Stoff die Funktionalität von Blutgefäßen verbessern könnte und damit hilfreich für die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks sein dürfte.

Sechs Wochen lang Orangensaft oder Placebo-Drink

Auf dieser Grundlage soll nun die Wirkung des Orangensafts bei risikogefährdeten Erwachsenen in der zweijährigen "Hesper-Health-Studie" getestet werden. Sechs Wochen lang solle jeder Teilnehmer täglich entweder ein kleines Glas Orangensaft oder eines von zwei Placebo-Getränken konsumieren. Eines der beiden Placebo-Drinks – von der Hochschule Geisenheim selbst entwickelt - enthält einen Zusatz von reinem Hesperidin aus Orangen in der Menge des in O-Saft erhaltenen Zuckers zum Vergleich. So könne man erforschen, ob die beobachteten Gesundheitseffekte tatsächlich auf diesen Stoff zurückzuführen sind. Erforscht wird neben der Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System auch die Veränderung der Dickdarmbakterien.
Die Darmmikrobiota ist essentiell zur Verteidigung des menschlichen Körpers gegen krankmachende Bakterien und Viren.

Forschung von Zitrusfrüchten erst in den Anfängen

Prof. Dr. Ralf Schweiggert, Institutsleiter und Professor für Analytik und Technologie pflanzlicher Lebensmittel der Hochschule Geisenheim, wird die Studie zusammen mit dem Geisenheimer Polyphenolexperten Dr. Christof Steingaß begleiten: "Wir fangen gerade erst damit an, die Bedeutung des Hesperidins und anderer Polyphenole aus Zitrusfrüchten und den daraus hergestellten Säften zu verstehen. Mit HESPER-HEALTH werden wir sicher viel Neues über diese Pflanzenstoffe erfahren – in der Hoffnung, noch besser erklären zu können, warum eine ausgewogene, Obst- und Gemüse-reiche Ernährung so gesund ist wie sie zweifelsfrei ist."

Orangensaft - mehr als nur Zuckerwasser?

Laut Schweiggert hat der Orangensaft zum Frühstück den schlechten Ruf als Kalorienbombe und Zuckerwasser. Obwohl klar sei, dass die Zusammensetzung von Orangensaft viel mehr ist als die eines reinen "Zuckerwassers", müsse man dringend mehr über die Gesundheitseffekte dieser komplexen Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen und Polyphenolen erfahren. Genau das wolle die Studie in Geisenheim erreichen.

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