Britische Studie mit neuen Daten

Können Forscher Frühgeburten bald schon in der 10. Schwangerschaftswoche vorhersagen?

Ein potenzielles Risiko für eine Frühgeburt könnte laut einer neuen Studie zufolge bereits in der 10. SSW erkannt werden.
Ein potenzielles Risiko für eine Frühgeburt könnte laut einer neuen Studie zufolge bereits in der 10. SSW erkannt werden.
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26. August 2021 - 15:01 Uhr

Frühgeburt dank bestimmter Bakterien erkennen

Laut den Ergebnissen einer neuen britischen Studie könnten Ärzte das Risiko einer Frühgeburt in Zukunft schon in der zehnten Schwangerschaftswoche erkennen – und das, obwohl frühe Geburten generell schwer abzuschätzen sind. Wie das funktioniert? Indem die Vagina der Schwangeren auf bestimmte Bakterien untersucht wird.

Diese Bakterien können schon in der zehnten Woche entnommen werden

Wenn Babys zu früh zur Welt kommen, sprich vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche, könnten sie gesundheitliche Probleme bekommen. Bis heute ist es jedoch schwierig für sowohl die Wissenschaft als auch für die Medizin, mögliche Gründe zu nennen, wann und wieso es zu Frühgeburten kommt. Die Wissenschaftler des King's College London, mit Unterstützung der Wohltätigkeitsorganisationen "Tommy und Rosetree Trust", fanden nun im Rahmen einer neuen Studie folgendes heraus: Die sogenannte Zervikovaginalflüssigkeit einer schwangeren Frau kann Auskunft über eine mögliche Frühgeburt geben – und somit als eine Art Warnzeichen fungieren. Durch bestimmte Bakterien, die in der Flüssigkeit enthalten sind, würden so Entzündungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Insgesamt wurden in der Studie zervikovaginale Proben von 346 Müttern entnommen: einmal 10-15 Wochen und einmal 16-23 Wochen nach der Empfängnis. Anschließend wurde die Länge des Gebärmutterhalses verglichen, die aktuell gängige Untersuchung des NHS (National Health Service), um das Risiko einer Frühgeburt zu messen. Zum ersten Mal stellten Forscher fest, dass es das Bakterium Lactobacillus acidophilus ist, das das Risiko einer Frühgeburt reduziert. Es wurde zudem eine Kombination von Stoffwechselprodukten, wie Glukose, Aspartat und Kalzium gefunden. Diese brachten die Forscher mit einer Geburt in oder vor der 34. Woche in Verbindung.

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Zukunftsmusik: Ist das der Durchbruch, um Frühgeburten zu vermeiden?

Die Ergebnisse der Studie sind in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Journal of Clinical Investigation" erschienen. Auch das National Institute for Health Research (NIHR), der größte nationale Geldgeber für klinische Forschung in Europa, hat an der Studie mitgewirkt. Die Geschäftsführerin der Organisation "Tommy", Jane Brewin, hält die Ergebnisse für einen medizinischen Durchbruch.

"Angesichts der 60.000 Frühgeburten, die jedes Jahr im Vereinigten Königreich zur Welt kommen, besteht ein dringender Bedarf an besseren Möglichkeiten zur Vorhersage und Verhinderung von Frühgeburten." Die Forscher hoffen, auf dieser Basis eine präventive Therapiemaßnahme erstellen zu können. (vdü)