Neue Studie aus Gießen belegt

Gemeinsam stark: Bilder des Partners können Schmerzen lindern

Wer in ein freundliches Gesicht schaut, erträgt Schmerzen leichter. Das muss aber nicht zwingend der Partner sein.
Wer in ein freundliches Gesicht schaut, erträgt Schmerzen leichter. Das muss aber nicht zwingend der Partner sein.
© imago/allOver-MEV, imago stock&people

28. September 2021 - 13:46 Uhr

Studie von Forschenden der JLU Gießen

Liebe kann echt weh tun, manchmal macht sie aber auch schlimme Situationen erträglich. Das ist jetzt sogar wissenschaftlich belegt: Ein Blick in das Gesicht des Partners kann tatsächlich dabei helfen, Schmerz leichter zu ertragen. Das belegt eine experimentelle Studie von Psychologinnen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). An dieser Stelle schon ein kleiner Spoiler für alle Singles: Ein netter Fremder tut's auch!

Lindert ein bekanntes Gesicht wirklich den Schmerz?

Für die Studie haben die Wissenschaftlerinnen jungen Frauen längere schmerzhafte Hitzereize am Unterarm verabreicht und ihnen zeitgleich verschiedene Fotos gezeigt. Alle Probandinnen lebten seit mindestens einem halben Jahr in einer glücklichen Partnerschaft. Die Teilnehmerinnen sahen neben Bildern von ihrem Partner, der einen emotional neutralen Gesichtsausdruck zeigte, auch unbekannte Personen, die freundlich, neutral oder wütend schauten. Außerdem wurden ihnen Fotos von gewöhnlichen Haushaltsgegenständen vorgelegt. Die Frauen wurden gebeten, die Fotos zu bewerten und die Intensität der Schmerzreize einzuschätzen.

Neutraler Partner oder netter Fremder? Funktioniert beides!

Das Ergebnis: Die Fotos der Partner und die glücklichen Gesichter der Unbekannten wurden als sehr positiv eingeschätzt, die ärgerlichen Gesichter der Unbekannten als sehr negativ.

Entsprechend der Bewertung der Fotos variierte auch die empfundene Schmerzstärke der Hitzereize: Sahen die Teilnehmerinnen Fotos ihres neutral schauenden Partners oder eines lächelnden Unbekannten, nahmen sie weniger Schmerz wahr als bei Fotos von Gegenständen oder von Unbekannten, die neutral oder ärgerlich schauten. Außerdem waren die Gesichtsmuskeln der Frauen deutlich entspannter, welche bei Erleben von Schmerz normalerweise deutlich angespannter sind.

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Foto des Partners kann bei Arztbesuchen helfen

Studienleiterin Prof. Dr. Christiane Hermann sieht in den Ergebnissen erhebliche Relevanz für die Praxis, beispielsweise bei Arztbesuchen: "So könnten Bilder der Partner zu einer schmerzhaften Untersuchung oder Behandlung mitgenommen werden", schlägt die Wissenschaftlerin in der Pressemitteilung der Uni Gießen vor. "Das könnte in Fällen hilfreich sein, in denen der Partner nicht mitkommen kann oder in denen seine Anwesenheit nicht hilfreich wäre, weil er selbst in der akuten Situation zu besorgt ist." (fge)