US-Studie

Warum Kaffee-Trinker sportlicher sind

Neue Studie belegt: Kaffee-Konsum führt zu erhöhter Aktivität.
Neue Studie belegt: Kaffee-Konsum führt zu erhöhter Aktivität.
© imago images/Shotshop, Antonio Gravante via www.imago-images.de

23. November 2021 - 9:21 Uhr

Kaffee: das weltweit am meisten konsumierte Getränk

Ist Kaffee denn nun gesund oder doch eher schädlich? Mythen rund um das schwarze Heißgetränk gibt es viele. Eins ist aber sicher: Kaffee ist der amtierende Sieger, wenn es darum geht, was weltweit am häufigsten getrunken wird. Und diese Tatsache nahmen Forscher der University of California nun für eine neue Studie zum Anlass. Sie wollten wissen, welche Auswirkungen der Kaffee-Konum kurzfristig auf die Gesundheit eines Menschen haben kann. Bei ihren Untersuchungen haben die Forscher rund um Gregory Marcus, Leiter der Forschungsabteilung Kardiologie an der University of California San Francisco, interessante Beobachtungen gemacht.

Andere Studien beobachten die langfristigen Auswirkungen von Koffein auf den Körper

Studien über die Auswirkungen von Koffein auf den menschlichen Körper und dessen Gesundheit gibt es viele. Aber die meisten von ihnen beobachten die Langzeitauswirkungen. Gregory Marcus hingegen wollte wissen, welche kurzfristigen Folgen mit dem Konsum von Koffein einhergehen. Auf der American Heart Association Scintific Session, auf der verschiedene neue Studien vorgestellt werden, sagte Marcus: "Dies ist die erste zufällige Studie zur Untersuchung der physiologischen Folgen des Kaffeekonsums in Echtzeit."

Lesetipp: Langzeitstudie zeigt: Kaffee-Trinker leben länger.

Für die Studie hat das Forscherteam die Ergebnisse von 100 freiwilligen Erwachsenen untersucht. Die Freiwilligen haben über einen Zeitraum von zwei Wochen verschiedene Messgeräte am Körper getragen. So konnten unter anderem Werte des Herz-Kreislauf-Systems, Werte über die physische Aktivität und das Schlafverhalten aufgezeichnet werden. Innerhalb der zwei Wochen wurden die Probanden immer wieder neu in zufällig ausgewählte Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe hat dann immer für zwei Tage koffeinhaltigen Kaffee konsumiert, und die andere Gruppe hat auf ihn verzichtet.

Der Koffein-Konsum hat positive kurzfristige Auswirkungen auf den Körper

Diese zufällige Zuteilung der Probanden in die jeweiligen Gruppen und dem damit verbunden zufälligen Konsum von Kaffee habe man ein Ursache-Wirkung-Verhältnis ausmachen können. So habe man zum Beispiel festgestellt, dass die Personen, die Koffein zu sich genommen haben, rund 1.000 Schritte am Tag mehr machten als die, die keinen Kaffee getrunken haben. Diese erhöhte Aktivität führe laut Gregory Marcus dann zu zahlreichen weiteren positiven Effekten. So ziehe eine erhöhte körperliche Aktivität unter anderem ein verringertes Risiko nach sich, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

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Aber es gibt auch einen Haken

Wo es einen positiven Effekt gibt, gibt es bekanntlich meistens auch einen Haken. Und so ist es auch beim Kaffee-Konsum. Denn neben dem positiven Effekt der erhöhten körperlichen Aktivität bringt er auch eine Reihe negativer Faktoren mit sich. Laut den Forschern führe das Koffein im Körper nämlich dazu, dass man weniger schläft. Und zwar bis zu 36 Minuten weniger als ohne Koffein-Konsum. Dieses Ergebnis teilte das Forscherteam bei der Präsentation der Studie ebenfalls mit. Diese verringerte Regeneration des Körpers könne sogar zu einer Vielzahl psychischer, neurologischer und kardiologischer Schäden führen. Die Forscher kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass eine komplexe Beziehung zwischen dem Genuss von koffeinhaltigem Kaffee und der Gesundheit eines Menschen besteht. Kurzfristig könne er sowohl positive als auch bedenkliche Auswirkungen haben. Und das, obwohl Langzeitstudien meist auf positive Folgen von Kaffeekonsums schließen lassen. Wie so oft im Leben gilt also auch beim Kaffeetrinken: Ein gesundes Mittelmaß wird wohl das Beste sein. (vho)