Stress oder Demenz?

Vergesslichkeit kann viele verschiedene Gründe haben

17. Januar 2022 - 16:31 Uhr

von Michael van Alst und Konstantin Müller

Haustürschlüssel verlegt, den Namen der Kollegin vergessen oder das Handy zur Hand nehmen und nicht mehr wissen, wonach man eigentlich suchen wollte: Das alles sind typische Alltagssituationen, die wirklich jeder von uns gut kennt. Aber wann handelt es sich dabei um möglicherweise stressbedingte Vergesslichkeit und wann sind bereits erste Anzeichen von Demenz zu erkennen? Für unseren Videobeitrag haben wir die Frankfurter Neurologin Bettina Müller besucht. Sie zeigt uns den Unterschied zwischen einem gesunden und einem kranken Hirn.

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Demenz: Hirnmasse wird durch Nervenflüssigkeit ersetzt

Unser Reporter Michael van Alst hat die Frankfurter Neurologin Bettina Müller besucht und die hat für ihn zwei ziemlich aussagekräftige Röntgenbilder herausgesucht. Das eine wirkt ziemlich dunkel, hier ist alles in Ordnung – auf dem anderen kann man viele weiße Flecken erkennen. Laut Müller ist hier Hirnmasse geschrumpft und Nervenflüssigkeit gewichen. Daran erkennt man eine Erkrankung des Hirns.

Laut Neurologin Müller gebe es klare Anzeichen, die auf eine kommende Demenz hindeuten können: So sei es auffällig, wenn Menschen ständig die gleichen Dinge fragen, ihre Gegenstände an verrückten Orten ablegen – wie beispielsweise einen Haustürschlüssel im Kühlschrank oder wenn sie Probleme haben, sich räumlich zu orientieren.

Röntgenaufnahmen von zwei Gehirnen
Links sieht man ein gesundes Hirn, rechts ist bereits Hirnmasse durch Nervenflüssigkeit (weiß) ersetzt worden.
© rtl.de

Stress oder Demenz? Symptome sind ähnlich

Sollten auch Sie hin und wieder an Vergesslichkeit leiden, besteht laut Neurologin Müller noch kein Grund zur Sorge. Auch Stress kann ein Auslöser für erhöhte Vergesslichkeit sein. "Es kommen mehr und mehr Menschen zu mir, die Angst haben, dement zu sein, in Wirklichkeit sind sie nur unter einem erheblichen Stresslevel und haben deswegen Probleme, sich zu konzentrieren", erzählt sie uns.

Sich vor stressbedingter Vergesslichkeit zu schützen ist gar nicht so schwierig, Müller empfiehlt, sich einmal am Tag den Kopf frei von Gedanken zu machen. Das geht, indem man sich gezielt entspannt, mal spazieren geht und sämtlichen Stressoren den Rücken kehrt!