4.000 Euro Entschädigung gefordert

Autistisches Kind angeblich zu laut: Eltern sollen blechen

Der kleine Aurelio ist Autist (Anmerkung der Redaktion: RTL liegt das Einverständnis der Eltern vor, den Jungen offen zu zeigen)
Der kleine Aurelio ist Autist (Anmerkung der Redaktion: RTL liegt das Einverständnis der Eltern vor, den Jungen offen zu zeigen)
© Alexander M. (privat)

02. Juli 2021 - 16:47 Uhr

Eltern sind fassungslos über unnachgiebige Nachbarn

Diese Klage macht eine fünfköpfige Familie aus Strasshof an der Nordbahn in Österreich fassungslos. Weil ihr autistischer Sohn Aurelio in der Wohnung zu laut sein soll, sind die Eltern von Nachbarn wegen Lärmbelästigung verklagt worden.

Österreich: Nachbarn fühlen sich durch Lärm des autistischen Kindes gestört

Alexander M. weiß nicht mehr ein noch aus. Seit Monaten liegt seine Familie im Streit mit einem benachbarten älteren Ehepaar. Die Nachbarn fühlen sich gestört vom Lärm, den der vierjährige Sohn Aurelio verursachen soll, schildert der junge Vater die Situation. Aurelio sei ein aufgewecktes, liebes Kind, das aber manchmal seine Emotionen nur schwer kontrollieren könne. "Mein Sohn läuft in der Wohnung herum und stampft, aber das machen andere Kinder auch", erzählt der Vater im Gespräch mit RTL.

Alle Schlichtungsversuche gescheitert

Die Klage - Alexander M. und seine Familie sollen 4.000 Euro zahlen, weil ihr Sohn angeblich zu laut ist.
Die Klage - Alexander M. und seine Familie sollen 4.000 Euro zahlen, weil ihr Sohn angeblich zu laut ist.
© Alexander M. (privat)

Alle Versuche, mit den älteren Nachbarn ins Gespräch zu kommen und eine Lösung zu finden, seien gescheitert. Sie würden kein Verständnis für die Situation mit einem autistischen Kind zeigen, die auch für die Familie nur schwer zu bewältigen sei. Die Nachbarn sollen laut Angaben des Vaters sogar versucht haben, das Jugendamt einzuschalten, allerdings ohne Erfolg. "So unmenschliche Personen habe ich noch nie in meinem Leben gesehen" erzählt der enttäuschte Vater.

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Familie muss vor Gericht

Jetzt geht der Fall auch noch vor Gericht. Die von den Nachbarn eingeschaltete Kanzlei begründet die Klage so: "Grundsätzlich müssen Unannehmlichkeiten und Störungen hingenommen werden, aber nicht, wenn es sich um außergewöhnlichen Lärm handelt. Faktum ist, dass in diesem Fall das hinnehmbare Ausmaß überstiegen wurde", begründet die Kanzlei der klagenden Nachbarn die Zahlungsforderung gegenüber der Zeitung. Wegen der angesetzten Gerichtsverhandlung musste die fünfköpfige Familie ihren geplanten Sommerurlaub absagen.

Die Kanzlei fordert, dass Alexander M. und seine Familie 4.000 Euro Entschädigung zahlen sollen, wenn der Lärm nicht aufhört – für sie viel Geld. Das Urteil ist noch nicht gefallen. (rra)