Die meisten bringen fast nichts

Mittel gegen Kleidermotten im Test: Worauf Sie wirklich setzen sollten

Wollpullover gehören zur Leibspeise der Mottenlarven
Wollpullover gehören zur Leibspeise der Mottenlarven
© iStockphoto

23. März 2022 - 14:43 Uhr

Richtig ärgerlich! Wenn der Lieblings-Wollpulli auf einmal Löcher hat, ist der Frust groß. Oft stecken Kleidermotten dahinter, und mit der Entdeckung des Schadens geht der Stress los: Wo haben sich die Viecher versteckt? Was ist noch befallen? Und vor allem: Wie kriege ich die wieder los? Stiftung Warentest hat 14 Mittel getestet, die Kleidermotten aufspüren, bekämpfen oder vertreiben sollen. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn nur eins hilft wirklich dabei, die Schädlinge aus Schrank und Co. zu bekommen.

Lavendel & Co.: Fast kein Effekt

Wenn man die Löcher entdeckt, ist es bereits zu spät: Kleidermotten leben im Verborgenen in Schränken, Schubladen und unter Teppichen. Wenn sie dort Wolle, Pelze, Federn oder Haare finden, haben sie alles, was sie zur Vermehrung brauchen, denn von diesen Materialien ernähren sich die Larven. Im Handel gibt es diverse Produkte, die bei einem Befall helfen sollen. Stiftung Warentest hat 14 davon geprüft: Drei Klebefallen mit Lockstoffen, die nur männliche Kleidermotten anziehen; sechs Bekämpfungsmittel mit Gift und fünf Artikel, die die Tiere mit ätherischen Ölen wie Lavendel abschrecken sollen.

Wie die Wirksamkeitsprüfung zeigte, sollte man in die Vertreibungs-Produkte keine großen Hoffnungen setzen. Drei davon hatten nur eine mangelhafte Wirkung, im Test drangen die Motten unbeeindruckt vom Geruch in den Schrank ein. Die Cedarholz-Ringe von NexaLotte und die Rubin Duftende Mottengel-Pads von Rossmann schafften gerade noch ein "Ausreichend".

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Mottenpapier hat die stärkste Wirkung

Kleidermotte auf Wollteppich
Bei weiblichen Motten sindPheromon-Fallen wirkungslos
© picture alliance / Arco Images G, C.M. Bahr

Die Kleidermotten-Falle von Aeroxon ist mit Klebstoff und Pheromonen versehen. Sie sammelte im Test rund 40 Prozent der Männchen ein und bekam deshalb das Gesamturteil "gut". Das Problem: Weibchen haben an solchen Lockstoff-Fallen kein Interesse und legen weiter munter ihre Eier, deshalb kann ein Befall allein mit solchen Produkten nur kontrolliert, aber nicht gestoppt werden.

Das Motten-Papier von Nexa Lotte ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Im Test vernichtete es mehr als 80 Prozent der erwachsenen Falter im Schrank, genug für das Urteil "gut". Die ähnlichen Produkte von Aeroxon und dm schafften mit über 50 Prozentimmerhin ein "Befriedigend". Gegen die Larven half das Papier nicht – Stiftung Warentest räumt allerdings ein, dass nur drei Tage lang getestet wurde und das Papier laut den Anbietern bis zu sechs Monate wirkt. In diesem Zeitraum könnte das nach und nach abgegebene Gift Transfluthrin möglicherweise auch die Larven abtöten.

Beim Einsatz von Insektengift ist allerdings Vorsicht geboten: Bei sachgemäßer Anwendung besteht für Anwendende laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung zwar keine gesundheitliche Gefahr, in der Nähe von Kindern hat es aber nichts verloren. Ebenso sollte man bei Katzen aufpassen: Für sie können die Substanzen schon in geringen Mengen giftig sein.

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Winz-Wespen statt Gift?

Eine vielversprechende giftfreie Methode, die außer Konkurrenz getestet wurde, sind Nützlinge, etwa vom Anbieter Plantura: Winzige Schlupfwespen werden in der Wohnung freigelassen und legen ihre Eier in den Mottenlarven ab. Diese gehen zugrunde, die Schlupfwespen sterben nach wenigen Tagen ebenfalls und werden zu Staub. Offenbar brauchen die Winz-Wespen aber relativ viel Zeit für ihr Werk. Die Anwendung muss über mehrere Monate alle zwei Wochen wiederholt werden und ist zudem nicht günstig: Für einen gewöhnlichen Kleiderschrank benötigt man ein Wespen-Abo im Wert von rund 75 Euro. (rka)

Alle Ergebnisse des Vergleichs finden Sie auf test.de.