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Stiftung Warentest: Gesundheitsgefahr bei Online-Apotheken? Nur ein Anbieter „gut“

Gesundheitsgefährdende Bestellungen?

Stiftung Warentest: Nur eine Versandapotheke ist „gut“

Tablettenpackungen liegen auf einem Laptop
Günstig gesund bleiben - dank Online-Apotheke?
RAPISAN SWANGPHON JOHN, iStockphoto

Medikamente bequem und oft auch günstiger im Internet bestellen: Das boomt vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie. Aber bieten Versandapotheken einen vergleichbaren Service wie die „echten“ um die Ecke – oder gefährden sie schlimmstenfalls sogar die Gesundheit der Kundinnen und Kunden? Stiftung Warentest wollte das herausfinden und hat elf umsatzstarke Anbieter auf den Prüfstand gestellt. Mit ernüchterndem Ergebnis: Nur eine Versandapotheke schafft es gerade noch auf ein „Gut“, zwei sind mit „Mangelhaft“ alles andere als empfehlenswert.

Wechselwirkungen und Überdosierung: Wird hier gewarnt?

Geld sparen: Das dürfte für viele einer der Hauptgründe sein, bei einer Versandapotheke zu shoppen. Tatsächlich zeigt der Preisvergleich, den Stiftung Warentest über drei Monate für vier rezeptfreie Arzneimittel durchführte, dass Sammelbestellungen im Internet bis zu 39 Prozent günstiger sein können als mit dem offiziellen Listenpreis. Doch leider geht das oft auf Kosten der fachlichen Qualität, und das kann gesundheitliche Folgen haben.

Für den Test ließ das Magazin von pharmazeutischen Experten sieben verschiedene Bestell-Szenarien entwickeln. So wollte es herausfinden, wie die Versandapotheken auf Probleme reagieren, die in einer direkten Beratung vor Ort wahrscheinlich zur Sprache kämen. Zum Beispiel eine mögliche Überdosierung durch zwei ähnlich wirkende Mittel gegen Sodbrennen oder Migräne-Tabletten, etwaige Wechselwirkungen durch zwei gleichzeitig bestellte Medikamente oder individuelle Einschränkungen aufgrund einer Vorerkrankung.

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Fachliche Beratung lässt zu wünschen übrig

In jedem der Fälle sollten die Kundinnen und Kunden zumindest einen Hinweis auf die Problematik erhalten. Das klappte allerdings längst nicht bei allen. Zwar beschränkten manche Anbieter etwa die Bestellmenge bei dem Migränemittel, das ab mehr als zwei Stück rezeptpflichtig wird, oder wiesen beim Bestellvorgang beziehungsweise wenigstens auf einem Hinweiszettel im Paket auf mögliche Wechselwirkungen hin. Oft gab es aber auch überhaupt keine Beratung.

Mit der Telefonberatung war Stiftung Warentest ebenfalls nicht zufrieden: Hier wurde von den Anbietern zu wenig nachgefragt. So klärte zum Beispiel keine der Apotheken eine Testerin auf, die durch ihre angebliche Einnahme von immunhemmenden Medikamenten eigentlich dringend auf die Probiotika, die sie bestellen wollte, verzichten sollte.

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Das ist die beste Online-Apotheke

In Sachen Datenschutz, Service und Website schnitten alle Anbieter „gut“ bis „befriedigend“ ab. Bei der fachlichen Qualität war DocMorris.de noch am besten – hier war die Versandapotheke immerhin „befriedigend“, sodass es für das Gesamturteil „gut“ (Note 2,5) und damit den Testsieg reichte. Ganz anders sah es bei Medikamente-per-klick.de sowie Apotal.de aus: Sie hatten im Preistest zwar die günstigsten Angebote, am Gesamturteil „mangelhaft“ (Note 4,8 bzw. 5,0) und damit den letzten Plätzen änderte das jedoch nichts. (rka)

Alle Details und Testergebnisse finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.