Bevor die Rückzahlung durch die Lappen geht

Steuerbescheid prüfen: Auf diese Fehlerquellen sollten Sie achten

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17. Juli 2019 - 14:16 Uhr

Fehler können bares Geld kosten

Die Steuererklärung: Für viele eine quälende Angelegenheit. Doch wenn sie endlich abgegeben ist, ist es noch nicht vorbei: Flattert dann endlich der Steuerbescheid ins Haus, heißt es Augen auf! Denn allzu oft haben sich auf dem Weg durch die Bürokratie Fehler eingeschlichen, die Sie bares Geld kosten können. Eine genaue Prüfung ist deshalb unerlässlich. Auf drei Punkte sollten Sie dabei ganz besonders achten. Welche das sind, sehen Sie unten.

Im Video: Schon gewussst? Diese 5 Dinge können Sie von der Steuer absetzen

Einen Monat Zeit für Widerspruch

Nach Eingang des Steuerbescheids haben Sie einen Monat Zeit, um schriftlich Widerspruch einzureichen – per Post, E-Mail oder über "Mein Elster". Wichtig: Wenn die Belastung entgegen Ihren Erwartungen niedriger ausfällt, müssen Sie das nicht mitteilen. Fällt sie höher aus, empfiehlt es sich, Punkt für Punkt miteinander zu vergleichen, um Fehlern auf die Schliche zu kommen. Wer seine Einkommenssteuer über Elster erklärt hat, kann das ganz leicht online machen. Auch andere Steuerprogramme erleichtern den Eins-zu-eins-Vergleich. Im Steuerbescheid-Special von Finanztest finden Sie hierzu noch weitere Tipps.

Fehlerquelle Nr. 1: Datenübermittlung zwischen den Behörden

Tauchen einige der von Ihnen angesetzten Posten nicht im Bescheid auf, sollten Sie das Kleingedruckte ganz am Ende genau durchlesen: Hier steht, was gegenüber Ihrer Steuererklärung verändert wurde und warum.

Ist hier angegeben, dass das Finanzamt übermittelte Daten angesetzt hat, heißt das: Nicht Ihre Angaben wurden berücksichtigt, sondern die Daten von Arbeitgeber, Krankenkasse oder anderen Behörden.

So prüfen Sie

Vergleichen Sie Ihre eigenen Angaben mit denen im Bescheid sowie denen, die Institutionen und Behörden bescheinigt haben.

Das können Sie tun

​Liegt eine fehlerhafte Datenübermittlung vor, sollte das mit der jeweiligen Behörde oder Einrichtung geklärt werden. Neue Werte teilen Sie dann dem Finanzamt mit.

Fehlerquelle Nr. 2: Berücksichtigung der Nebenkosten-Abrechnung

Für "haushaltsnahe Dienstleistungen" sind pro Jahr 4.000 Euro Steuerbonus drin, für Handwerkerleistungen bis zu 1.200 Euro. Es zählen 20 Prozent der Rechnung – ohne Materialkosten. Das gilt auch für solche Leistungen, die in der Nebenkostenabrechnung für Mieter aufgeführt sind.

Ist diese nicht rechtzeitig eingetrudelt, darf sie auch nachträglich noch eingereicht werden – selbst dann, wenn die Steuererklärung längst abgegeben und die Einspruchsfrist verstrichen ist.

So prüfen Sie

Unter "Berechnung der Steuer" sehen Sie, was als "Ermäßigung" für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen berücksichtigt wurde.

Das können Sie tun

Wenn die Nebenkosten-Abrechnung noch nicht da ist, bitten Sie das Finanzamt, den Bescheid bis dahin offenzulassen. Ist die Einspruchsfrist schon verstrichen, beantragen Sie eine Änderung wegen neuer Tatsachen.

Fehlerquelle Nr. 3: Fahrt- und Reisekosten für Arbeitswege

Allein mit ihrem täglichen Arbeitsweg überschreiten viele Steuerzahler schon die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Pro Kilometer der einfachen, kürzesten Strecke zur ersten Tätigkeitsstätte gibt es pauschal 30 Cent. Doch auch längere Anfahrtszeiten, etwa Umwege wegen Stau, können abgerechnet werden. War für das Finanzamt nicht klar, warum die längere Strecke angegeben wurde, hat es möglicherweise nur die kürzeste berücksichtigt.

Ebenfalls möglich: Dienstwege, die als andere berufliche Fahrten angegeben wurden, wurden vom Amt als Weg zur ersten Tätigkeitsstätte gezählt. Wie bei Dienstreisen müssten sie jedoch mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer des Hin- und Rückwegs mit dem eigenen Auto berechnet werden.

So prüfen Sie

Unter dem Punkt "Werbungskosten" sind die Entfernungskilometer für Wege zur ersten Tätigkeitsstätte angegeben – und auch, ob für andere Arbeitswege "Reisekosten" oder "Mehraufwendungen für Verpflegung" berücksichtig wurden.

Das können Sie tun

Erklären Sie, wo Ihre erste Tätigkeitsstätte lag und wie oft sie auswärts arbeiten waren. Begründen Sie längere Wege und erstellen Sie eine Übersicht Ihres Fahrwegs.

Steuererklärung noch gar nicht abgegeben?

Sie haben Ihre Steuererklärung für 2018 noch gar nicht eingereicht? Bis zum 31. Juli geht das noch - die besten Tipps dafür finden Sie hier!