Stehen Eltern unter Dauerstress, hat das auch Auswirkungen auf die Kinder

14. März 2018 - 16:15 Uhr

Wie sich Stress auf die Kinder auswirkt

Die Anforderungen der heutigen Zeit sind enorm. Besonders für Mütter und Väter wird der Spagat zwischen Beruf und Familie immer schwieriger zu bewältigen. Hektik und Stress haben den Alltag vieler Familien fest im Griff. Doch nicht nur Eltern setzt dieser energieraubende Zustand zu, auch die Kinder leiden. Nicht selten hat zu viel Stress sogar negative Auswirkungen auf deren Gesundheit zur Folge.

Über die Definition von Stress sind sich alle einig

Extreme Anspannung, auffällig niedrige Reizschwelle und Frustrationsgrenze, der Kopf voll mit lauter Gedanken über die verschiedensten Dinge, Ungeduld, Genervtheit. Mit diesen Gemütszuständen lässt sich der Begriff 'Stress' wohl ganz gut beschreiben. Und diesen Stress kennen die Meisten der Deutschen nur zu gut. Genauer gesagt sechs von zehn. Dieses Ergebnis hat die Stressstudie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 ergeben. 23 Prozent aller Deutschen gaben sogar an, häufig gestresst zu sein. Bei den Frauen gaben 63 Prozent an immer wieder unter enormen Strom zu stehen, bei den Männer 58 Prozent.

Besonders sind Familien betroffen, in denen beide Elternteile arbeiten

Als einen der Hauptgründe für anhaltenden Dauerstress in Familien, macht AOK-Chef Jürgen Graalmann das stetige Ansteigen der Zahl von Familien, in denen beide Partner berufstätig sind, verantwortlich. Beruf wie Haushalt und Kinder verlangen zu gleichen Maßen die volle Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft der Eltern. Da mag manchmal auch das noch so perfekt ausgetüftelte Zeitmanagement dran scheitern.

Der Druck dem die eigenen Eltern tagtäglich ausgesetzt sind, entgeht natürlich auch den feinen Antennen der Kinder nicht und das spiegelt sich immer wieder in Form von gesundheitlichen Problemen wieder. Einer Umfrage der AOK aus dem Jahre 2014 zu folge, leidet jedes fünfte Kind in Deutschland unter Beschwerden wie Gereiztheit, Einschlafstörungen, Bauch- oder Kopfschmerzen. Davon stehen 24 Prozent der Eltern der betroffenen Kinder unter regelmäßiger, zeitliche starker Belastung.

"Unsere Studie zeigt, wie wichtig die Gesundheit der Eltern und ein entspannter Familienalltag für ein gesundes Aufwachsen der Kinder sind", sagte Jürgen Graalmann. "Kindergesundheit hängt direkt vom Elternwohl ab. Eltern selbst, aber auch die Gesellschaft sollten diese Botschaft berücksichtigen."

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Wie können gestresste Familien unterstützt werden?

Der Schutz des gesundheitlichen Wohlbefindens des Nachwuchses liegt in der Verantwortung jedes Elternpaares und sollte oberste Priorität haben. Hilfe und Unterstützung erfahren Familien dabei von verlässlichen Kinderbetreuungen. Auch stellt das Arbeiten von zu Hause aus eine annehmbare Alternative da. Vielleicht lässt sich aber auch mit dem Arbeitgeber über flexiblere und familienfreundlichere Arbeitszeiten verhandeln. Unter Umständen müssen sogar berufliche Abstriche in Erwägung gezogen werden, um eine entspannte und harmonische Familienatmosphäre gewährleisten zu können.

Die Zahlen bestätigen, dass sich diese Maßnahmen als erfolgreich erwiesen haben. So ist es beispielsweise 57 Prozent der Eltern, die sich und ihre Kinder als gesund bezeichnen, möglich, zeitlich flexibel arbeiten zu können.

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