Grenzenlose Erleichterung

Lebensretter: Kleiner Michael (1) hat teuerstes Medikament der Welt bekommen

© Facebook/Helpmichael.de

27. September 2019 - 15:57 Uhr

Eltern sind überglücklich: Michael darf leben!

Sein Schicksal bewegte Menschen auf der ganzen Welt: Der einjährige Michael aus Ludwigsburg leidet unter einer extremen Form von Spinaler Muskelathrophie. Lange Zeit mussten seine Eltern Marina und Oleg davon ausgehen, ihn noch vor seinem zweiten Geburtstag zu verlieren. Die einzige Hoffnung war das teuerste Medikament der Welt für rund 2,1 Millionen Euro. Geld, das die Eltern niemals alleine hätten aufbringen können. Nach einer unglaublichen Welle der Hilfsbereitschaft und dem Eingreifen der Krankenkasse war es nun endlich soweit: Michael bekam seine lebensrettende Infusion.

"Heute darf Michael einen neuen Geburtstag feiern"

Die Erleichterung und Dankbarkeit, die Marina und Oleg empfinden, strömt aus jedem Wort, mit dem sie jetzt Michaels Freunde auf Facebook über den geglückten Eingriff informierten: "Heute darf Michael einen neuen Geburtstag feiern. Mit eurer Unterstützung, eurer Kraft, euren Gebeten und eurem Glauben an Wunder haben wir gemeinsam das Unmögliche geschafft. Am Anfang waren wir nur wenige. Doch mit euch wurden wir täglich immer mehr. Ihr habt Michael Muskeln geschenkt."

Lange, quälende Monate hatten die Eltern um das Leben ihres kleinen Sohnes fürchten müssen. Denn seine seltene Krankheit führte dazu, dass seine Muskeln immer weiter abgebaut wurden, statt zu wachsen. Dadurch wurden seine Probleme, sich zu bewegen oder zu schlucken, immer schlimmer. Auch seine Atemkraft nahm immer mehr ab – ohne die richtige Behandlung wäre Michael daran gestorben. Doch das Medikament, das er bekam, wirkte nicht.

Die einzige Hoffnung war das in den USA neu entwickelte "Zolgensma". Es ersetzt das Gen, das Babys mit Spinaler Muskelatrophie fehlt. Für Oleg und Marina eine scheinbar aussichtslose Situation, denn eine einzige Infusion des Mittels kostet unglaubliche 2,1 Millionen Euro.

Im Video: So schwer war Michaels Weg

1,3 Millionen Euro Spenden

In einem letzten verzweifelten Versuch, ihren Michael zu retten, starteten die Eltern einen Spendenaufruf. Und die Reaktion war gewaltig: Zahlreiche Prominente unterstützten die Familie, weltweit gaben Menschen bereitwillig Geld – so viel, dass am Ende rund 1,3 Millionen Euro zusammenkamen. Dann die erlösende Nachricht: Die Krankenkasse erklärte sich nach einem Härtefall-Antrag bereit, die extrem teure Behandlung für Michael zu übernehmen. Die Deutsche Muskelstiftung, bei der das Spendenkonto eingerichtet wurde, erklärt, dass das überschüssige gesammelte Geld nun anderen Projekten zu Gute kommen wird, die ebenso dringend darauf angewiesen sind.

Nach der erfolgreichen Infusion ist Michael jetzt bereits wieder zu Hause bei seinen Eltern und seiner großen Schwester. In einer klinischen Studie, die in den USA durchgeführt wurde, haben alle mit "Zolgensma" behandelten Kinder überlebt, viele konnten sitzen, krabbeln und spielen, einige sogar gehen. Michaels Familie ist jetzt voller Hoffnung, dass auch ihr Sohn ein ganz normales Leben führen darf.