RTL-Ernährungsexpertin klärt auf

Spezielles Babywasser kaufen: Sinnvoll oder nicht?

Welches Wasser ist für Babys und Kleinkinder richtig?
Welches Wasser ist für Babys und Kleinkinder richtig?
© iStockphoto

04. Oktober 2021 - 6:35 Uhr

Was in Wasser für Babys drin sein sollte – und was nicht

"Idealer Durstlöscher", "kein Abkochen erforderlich": So wird spezielles Babywasser beworben, das es in Drogerien und Supermärkten zu kaufen gibt. Aber brauchen die Kleinen es wirklich – oder anders gefragt: Kann mit herkömmlichem Leitungs- oder Mineralwasser angerührte Säuglingsnahrung ihnen schaden? Was macht Babywasser so besonders? RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder erklärt's.

Babywasser: Grenzwerte für Mineralstoffe

Spezialprodukte für Babys gibt es in Drogerien und Supermärkten zuhauf. Aber ist das bei Wasser wirklich nötig? Schließlich kostet ein Liter davon 50 Cent bis einen Euro – dafür bekommt man mindestens 250 Liter normales Leitungswasser. Unsinnig ist Babywasser aber nicht, wie Nora Rieder darlegt: "Bei kleinen Babys sind die Nieren noch nicht voll entwickelt. Sie können bestimmte Mineralstoffe, vor allem Sulfat und Natrium, noch nicht richtig aus dem Körper ausleiten. Eine zu hohe Menge davon kann zu Durchfall führen beziehungsweise die Nieren schädigen." Bei speziellem Wasser für Säuglinge müssen die Hersteller bestimmte Grenzwerte einhalten – hier sind Eltern also auf der sicheren Seite.

„Für Säuglingsnahrung geeignet“: Mineralwasser als Alternative

Eine Alternative können bestimmte Mineralwasser sein: "Es gibt von Natur aus sehr natriumarme Mineralwasser mit dem Vermerk 'für Säuglingsnahrung geeignet'", so Rieder. Wichtig ist hier allerdings: "Immer erst abkochen. In den ersten sechs Lebensmonaten muss das Immunsystem von Babys noch reifen, sie können die enthaltenen Keime, die für ältere Kinder harmlos sind, noch nicht so gut abwehren."

Hier bietet das spezielle Babywasser einen Vorteil: Es wird keimfrei abgefüllt und muss deshalb nicht abgekocht werden. Das gilt allerdings nur direkt nach dem Öffnen. Wird es offen länger als einen Tag aufbewahrt, sollte die Hygiene-Maßnahme auch hier ergriffen werden.

LESE-TIPP: Trinklernbecher für Babys – Vor- und Nachteile

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Leitungswasser für Babys?

Und wie sieht es mit herkömmlichem Leitungswasser aus? Immerhin unterliegt das in Deutschland strengen Qualitätskontrollen. "Pauschal lässt sich das nicht beantworten", erklärt die Ernährungsexpertin. "Ab dem Alter von 6 Monaten kann Leitungswasser in der Regel verwendet werden – man sollte sich allerdings vergewissert haben, dass im Haus keine alten Bleirohre verlegt sind."

Bei jüngeren Babys komme es ganz auf die Zusammensetzung des Trinkwassers an: "Um auf Nummer sicher zu gehen, müsste man den Mineralstoffgehalt genau kennen." Hierfür können Eltern beim örtlichen Wasserwerk um Auskunft bitten. Auch Leitungswasser sollte unbedingt vor der Verwendung abgekocht werden, rät Rieder. Etwa ab dem 6. Lebensmonat kann auf die Maßnahme verzichtet werden: "Wenn Kinder Beikost erhalten, kommen sie nach und nach auch mit Keimen in Lebensmitteln in Kontakt. Das ist normal und wichtig, um das Immunsystem zu stärken." (rka/nri)