Nach Korruptionsvorwüfen

Spanischer Altkönig Juan Carlos I. nicht auf der Flucht

Altkönig Juan Carlos untergetaucht
© dpa, Esteban Felix, jga nic

05. August 2020 - 22:04 Uhr

Juan Carlos I.: freiwilliges Exil?

Bereits vor sechs Jahren läutete die Abdankung des spanischen König Juan Carlos I. (82) ein neues Kapitel in der spanischen Monarchie ein. Nachfolger von Juan Carlos I. wurde dessen Sohn Felipe (52). Ihm gab der Vater zuvor einen wertvollen Rat mit auf den Weg: "Wenn du das Volk gegen dich hast, kannst du einpacken". Eingepackt hat Juan Carlos nun selbst: Aufgrund schwerwiegender Korruptionsvorwürfe soll er kürzlich das Land verlassen haben. Übereinstimmenden Berichten zufolge sei er auf dem Weg in die Dominikanische Republik. War es Flucht, ein freiwilliges Exil? Vor der Justiz geflüchtet sei nicht, versicherte die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo am Mittwoch im nordspanischen Oviedo: "Er ist vor nichts geflohen."

Nach Korruptionsvorwürfen

Schon seit Juni laufen die Ermittlungen gegen das ehemalige Staatsoberhaupt. Juan Carlos soll Schmiergelder in Höhe von 90 Millionen Euro kassiert haben. Aus Ländern wie Saudi-Arabien sind den Anschuldigungen nach Gelder geflossen – bereits während der Regentschaft des Monarchen. Einiges habe er demzufolge auch nach seiner Abdankung noch ausgegeben. Allem Anschein nach wählt Juan Carlos I. nun das freiwillige Exil – er soll sich bereits auf dem Weg in die Dominikanische Republik befinden. Wie spanische Medien berichten, wolle er dort vorerst bei einer Familie unterkommen, die ihr Vermögen mit Zuckerrohrplantagen verdient hat.

„Ex-Königin“ Sofia bleibt in Spanien

Wie die spanische Tageszeitung "El Pais" bereits gestern mitteilte, begleitete Ex-Königin Sofia (81) ihren Mann nicht bei der Ausreise. Sie wolle weiterhin für royale Aufgaben zur Verfügung stehen und den Arbeiten innerhalb ihrer Stiftung nachgehen. Offenbar hält sie sich in der Sommerresidenz auf Mallorca auf.