Supercopa in Riad

Wie sich der spanische Fußball an Saudi-Arabien verkauft

13. Januar 2022 - 11:30 Uhr

Sportswashing made in Saudi-Arabien

Zwischen Madrid und Barcelona liegen eigentlich nur gut 600 Kilometer Fahrstrecke. Trotzdem tragen die beiden Giganten-Clubs Real Madrid und FC Barcelona ihr Halbfinale der Supercopa in Saudi-Arabien aus. Warum? Wie so oft lautet die Antwort: Es liegt am Geld.

Alle Infos zum sogenannten "Sportswashing" von Wüstenstaaten wie Saudi-Arabien zeigen wir Ihnen oben im Video. Aber: Nicht nur der Fußball lässt sich mit Geld locken.

40 Millionen gehen an den Verband

Beim Clasico in der Wüste hatte am Mittwochabend Real Madrid in der Verlängerung das bessere Ende für sich. Die Star-Truppe um den deutschen Ex-Nationalspieler Toni Kroos bezwangen am Mittwoch im spanischen Supercup-Halbfinale den FC Barcelona mit 3:2 (1:1) und zogen in das Finale ein.

Das Kurz-Turnier im entfernten Saudi-Arabien führt zu einigem Kopfschütteln. "Das ergibt keinen Sinn. Der Fußball hat sich verändert, wir denken nicht mehr an die Fans", sagte Raul Garcia, Stürmer von Titelverteidiger Athletic Bilbao. Die Basken treffen im zweiten Halbfinale am Donnerstag auf Meister Atletico Madrid. "Wir vergessen das Wesentliche, die Atmosphäre, welche die Spiele ausmacht", betonte Garcia.

Mitten in der heftigen spanischen Omikron-Welle machen sich die vier Teams auf den Weg ins rund 5000 Kilometer entfernte Saudi-Arabien, wo nach 2020 zum zweiten Mal der spanische Supercup-Sieger gesucht wird.

Hinter dem Austragungsort Riad stehen vor allem finanzielle Beweggründe. Für das Turnier zahlt der Wüstenstaat rund 40 Millionen Euro an den spanischen Fußball-Verband RFEF, für drei Austragungen sollten insgesamt 120 Millionen von 2020 bis 2022 fließen - im vergangenen Jahr wurde die Supercopa aufgrund der Corona-Pandemie aber in Spanien ausgetragen.

Bereits bei der ersten Austragung vor zwei Jahren stieß das Final Four auf heftige Kritik aus der Heimat, die spanischen TV-Sender boykottierten die Spiele aufgrund der Menschenrechtslage im Wüstenstaat. Damals verteidigte Verbandsboss Luis Rubiales die Spiele als "Cup der Gerechtigkeit", da Frauen zu den Spielen kostenlosen Eintritt erhielten. (msc/sid)