Stiftung Warentest prüft Cremes, Lotions und Sprays

Günstige Sonnenschutzmittel für Kinder liegen vorn, das teuerste schmiert ab

Eincremen ist wichtig, um sich vor Sonnenbrand und Hautkrebs zu schützen. Aber helfen alle Sonnenschutzmittel gleich gut?
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25. Juni 2020 - 8:26 Uhr

16 von 17 Sonnenschutzmitteln für Kinder schützen vor UV-Strahlen

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Wer sich nicht eincremt, dem blüht nach dem Sonnenbad unter Umständen eine böse Überraschung. Doch nicht der Sonnenbrand ist die schlimmste Folge von zu wenig Sonnenschutz, sondern die Gefahr von Hautkrebs. Vor allem Kinder sollten darum ausreichend geschützt werden. Stiftung Warentest hat 17 Cremes, Lotionen und Sprays extra für Kinder getestet. 16 davon schützen zuverlässig vor UV-Strahlung, das teuerste Produkt fiel durch.

Zweimal "sehr gut" für Discounter-Produkte

Alle 17 getesteten Sonnenschutzmittel enthielten den Sonnenschutzfaktor 30, 50 oder 50+. Besonders gut schnitten vier der günstigsten Produkte ab. Testsieger wurden die "Cien Sun Kids Sonnencreme" von Lidl (2,25 Euro, Note: 1,4), die "Lavozon Kids Med Sonnenmilch" von Müller (2,48 Euro, Note: 1,4), das "Ombra Sonnenspray Easy Protect Kids" von Aldi (1,99 Euro, Note: 1,5) und das "Sunozon Kids Sonnenspray" von Rossmann (2,40 Euro, Note: 1,5).

Wer Naturkosmetik bevorzugt, sollte laut Stiftung Warentest zu der "Baby & Kids Sun Edeleiss Sensitiv Sonnenmilch"* 🛒 von Weleda greifen. Diese schützt sehr gut (Note: 1,9), liegt aber mit 13,30 Euro preislich deutlich über den anderen Testsiegern.

Teuerster Sonnenschutz hilft nicht gegen UVB-Strahlen

Im Test nicht überzeugen konnte das mit 44 Euro pro 100 Milliliter teuerste Sonnenschutzmittel. Die "Baby & Kids Neutral Sonnencreme für sehr sensible Haut" von Eco Cosmetics (Note: 5,0) schützt laut Stiftung Warentest nicht vor längerweiligen UVA-Strahlen. Der Sonnenschutzfaktor beziehe sich auf die kürzerweiligen UVB-Strahlen, die für den Sonnenbrand verantwortlich sind. Krebs verursachen können aber beide. Der UVA-Schutz muss darum mindestens ein Drittel so hoch sein wie der Schutz vor UVB-Strahlen.

Das vollständige Testergebnis zu Sonnenschutzmitteln für Kinder finden Sie hier.

4 Tipps, um Ihr Kind vor Sonne zu schützen

Neben der richtigen Sonnencreme ist es wichtig, Kinder durch die richtige Kleidung, ausreichend Schatten und die richtige Menge Sonnenschutz vor Hitze und UV-Strahlen zu schützen. Die Stiftung Warentest gibt vier Tipps:

  • Bleiben Sie im Schatten: Vermeiden Sie Mittagshitze zwischen 11 und 15 Uhr. Ziehen Sie sich in dieser Zeit an schattige Orte oder nach drinnen zurück. Vor allem Kinder unter drei Jahren sollten sich nur kurz­zeitig und gut geschützt in der Sonne aufhalten. Babys im ersten Jahr sollten generell im Schatten bleiben. Da ihre Haut aber selbst dort UV-Strahlen ausgesetzt ist, empfiehlt Stiftung Warentest, an Tagen mit intensiver Sonnenstrahlung auch Babys schon einzucremen – zumindest im Gesicht und an den Händen. Arme, Beine und Kopf sollten am besten mit lang­ärmeliger, luftiger Kleidung und Mütz­e geschützt werden.
  • Schützen Sie Kinder mit der richtigen Kleidung: Weil vor allem kleine Kinder oft noch wenig dichtes Haar haben, ist es wichtig, ihre Kopf­haut mit einem Hut oder einer Mütze zu bedecken. Ideal ist eine Mütze mit Krempe und verlängertem Nacken­teil. Greifen Sie bei Kleidung zudem zu dicht gewebten und möglichst dunklen Stoffen. Polyester­fasern schützen dabei besser als Baumwolle. Und auch wenn es sehr heiß ist: Oberteile mit Ärmeln schützen die kleinen Schultern besser vor Sonnenbrand als luftige Trägerhemd­en.
  • Viel Sonnenschutz – und immer wieder: Geizen Sie nicht mit Sonnen­schutz­mittel, sondern tragen sie ruhig viel auf: Die Stiftung Warentest empfiehlt pro Quadratzentimeter Haut etwa zwei Milligramm. Bei einem Erwachsenen mit einer Körpergröße von 1,80 Meter macht das etwa drei Esslöffel Sonnenmilch, bei Kindern entsprechend weniger. Wiederholen Sie das Eincremen über den Tag immer wieder. Denn: Nach dem Baden oder nach dem Sport ist der Schutz nicht mehr vollständig gegeben – auch wenn Sonnenschutzmittel als "wasserfest" gekennzeichnet sind.
  • Üben Sie das Eincremen: Um Kinder ans Eincremen zu gewöhnen, lohnt es sich, früh mit ihnen zu üben. Sie sollten allerdings sorgfältig nachcremen, damit nichts vergessen wird – vor allem an Stellen wie den Ohren, Nacken, Händen und dem Fußrücken. Allerdings: Aerosol­sprays sollten Kinder besser nicht selbst benutzen. Diese können versehentlich in Mund und Augen gesprüht oder eingeatmet werden.

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