Die wichtigsten Fragen und Antworten

Sommerurlaub trotz Corona: Was muss ich beachten?

26. Juni 2020 - 8:28 Uhr

Corona-Lage sollte bei der Reise verfolgt werden

In ganz Deutschland stehen die Sommerferien bevor oder haben sogar schon begonnen. Für viele bedeutet das trotz Corona: Ab in den Urlaub! Denn für 27 europäische Länder ist die Reisewarnung offiziell aufgehoben. Viele sehen dem Urlaub aber trotzdem nicht so richtig entspannt entgegen, denn die Corona-Lage ändert sich weltweit ständig. Reiselustige fragen sich deswegen, ob sie wirklich ihren Urlaub antreten können, welche Vorbereitungen es zu treffen gilt und welche Rechte Sie haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten hat RTL mit unserem Reiseexperten Ralf Benkö und Rechtsexperten geklärt. Im Video sehen Sie ihre wichtigsten Hinweise.

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Sollte ich mich vor meinem Urlaub noch schnell einen Corona-Test machen lassen?

Das hängt ganz davon ab, in welche Region Sie reisen möchten. "Wenn sie aus einem Corona-Hotspot-Gebiet kommen, ist das auf jeden Fall anzuraten", erklärt Rechtsanwältin Nicole Mutschke im Gespräch mit RTL. So werden Kreise oder Städte bezeichnet, in denen innerhalb einer Woche 50 oder mehr neue Corona-Infektionen gemeldet werden. In Mecklenburg-Vorpommern kann man beispielsweise nur mit einem Attest einreisen, wenn man aus einem Corona-Hotspot-Gebiet kommt.

Auch im Ausland sollte man sich unbedingt vorher informieren. Zwar muss innerhalb Europas meist kein Corona-Test vorgelegt werden, generell kann sich die Lage aber schnell verändern.

"Ein Test kann generell aber in keinem Fall schaden. Wichtig: bei der Einreise sollte er nicht älter als 48 Stunden sein", rät Urlaubsexperte Ralf Benkö.

Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich einem Land Urlaub mache, für das eine Reisewarnung besteht?

Für viele beliebte Urlaubsziele innerhalb Europas wurde die Reisewarnung inzwischen aufgehoben. Für über 160 Länder außerhalb Europas bleibt sie aber vorerst bis zum 31. August bestehen – so zum Beispiel für die bei deutschen Urlaubern sehr beliebte Türkei.  Grundsätzlich dürfen Sie in Länder, für die Reisewarnungen bestehen, trotzdem einreisen. Eine Warnung ist noch kein Verbot. Gerade in Corona-Zeiten ist aber mit erheblichen Risiken zu rechnen:

  • Zunächst müssen Urlauber, die aus Länder mit Reisewarnungen zurückkehren, mit einer Quarantänezeit in Deutschland rechnen. Reiserechts-Experte Paul Degott erklärt im Gespräch mit RTL: "Die Regelung ist im Moment so: Wenn Sie in Länder fahren, für die diese Reisewarnung besteht, müssen Sie in Deutschland zwei Wochen in Quarantäne gehen."
  • Auch bei der Rückreise könnte es Probleme geben, wenn die herkömmlichen Ein- und Ausreisewege in das jeweilige Land eingestellt werden. "Es gibt nach wie vor das Konsulargesetz. Das besagt, dass die deutschen Auslandsvertretungen beauftragt sind, in Not geratenen Deutschen im Ausland zu helfen," so Paul Degott. Die Kosten dafür müssen aber gegebenenfalls vom Reisenden selbst getragen werden. Und das kann mächtig teuer werden. Außerdem betonte Außenminister Heiko Maas (SPD) bereits: ​"Es wird in diesem Sommer nicht noch einmal eine Rückholaktion für deutsche Urlauber geben".

Eine Reisewarnung sollte also auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden – zu Zeiten von Corona erst recht nicht.

Kann ich meine Reise stornieren, wenn mein Urlaubsziel zum Corona-Hotspot wird?

Hier kommt es maßgeblich darauf an ob Sie eine Pauschalreise gebucht oder Ihre Reise individuell geplant haben. "Mit einer Pauschalreise sind Sie da in einer relativ komfortablen Situation", erklärt Rechtsanwältin Nicole Mutschke. Denn: "Wenn erhebliche Beeinträchtigungen am Urlaubsort zu erwarten sind, können Sie grundsätzlich vor der Reise kostenfrei stornieren."

Für Individualreisende gestaltet sich die Situation schwieriger. Wenn Sie beispielsweise in einen Corona-Hotspot reisen, in dem es aber noch keine Schließungsverfügung für Hotels und Unterkünfte gibt, kriegen Sie gegebenenfalls auch kein Geld zurück.

Muss ich mir Sorgen machen, dass mir Deutschland die Einreise aus einem Urlaubsort, verweigert, der ein Corona-Hotspot ist?

Nein, deutschen Staatsbürgern kann die Einreise nicht verweigert werden. Allerdings müssen Sie, siehe oben, mit einer zweiwöchigen Quarantäne rechnen.

Im Urlaub unter Quarantäne gestellt: Was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz?

Welche Auswirkungen eine Quarantäne im Urlaub auf Ihren Job hat, hängt davon ab, ob sie tatsächlich mit Corona infiziert sind. Rechtsanwältin Nicole Mutschke: "Wer sich tatsächlich mit Corona infiziert hat, ist krank. Egal ob im Ausland oder zu Hause, in diesem Fall muss nicht weitergearbeitet werden, auch nicht im Homeoffice. Wenn Sie jedoch lediglich unter Quarantäne gestellt sind, aber nicht krank, kommt es darauf an, ob Ihnen der Arbeitgeber Möglichkeiten einräumt, im Homeoffice zu arbeiten." Gegebenenfalls sind Sie dann trotz Quarantäne verpflichtet, weiterzuarbeiten.

Muss mein Arbeitgeber mir weiterhin Lohn zahlen, wenn ich nach dem Urlaub in Quarantäne muss?

Hier ist es wichtig, ob Sie in Deutschland oder im Ausland unter Quarantäne stehen. "In Deutschland bekomme ich normalerweise weiter Geld, da gilt das deutsche Infektionsschutzgesetz. Wenn ich aber im Ausland im Urlaub unter Quarantäne gestellt werde, gilt dieses Gesetz nicht."

Mit dem Arbeitgeber sollte dann dringend abgesprochen werden, ob für diesen Zeitraum Urlaub eingereicht werden kann. Verpflichtet, diesem Urlaub stattzugeben, ist der Arbeitgeber aber nicht. "Ich kann nicht einseitig sagen: 'Ich bin jetzt in Quarantäne, ich nehme dann jetzt mal meinen Urlaub."

Je nachdem könnte es dann auch mit der Lohnfortzahlung schwierig werden: "Wenn Sie von vornerein damit rechnen mussten, im Urlaub unter Quarantäne gestellt zu werden, kann man als Arbeitnehmer leer ausgehen", so Rechtsanwältin Nicole Mutschke.

Fazit: Genau informieren und Quarantäne einkalkulieren

Fazit: Urlauber sollten sich vor jeder Reise genau über die Einreiseregelungen an ihrem Urlaubsort informieren. Egal ob es sich um eine Inlands- oder Auslandsreise handelt. Besonders wichtig ist das, wenn man selbst aus einem Corona-Hotspot-Gebiet kommt. Sie sollten in jedem Fall einkalkulieren, dass sich diese Regelungen auch schnell ändern können. Es lohnt sich also, sich auch kurz vor und während der Reise zu informieren. Mit einer mögliche Quarantäne nach dem Urlaub sollte auch gerechnet werden.

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