Ob Sie schlank oder mollig sind – die Antwort liegt im Darm

06. August 2018 - 15:59 Uhr

Keine Diät hilft? Daran könnte es liegen

Manche Menschen können scheinbar essen, was sie wollen, ohne auch nur ein Gramm zuzulegen. Andere halten ständig Diät, treiben regelmäßig Sport. Trotzdem nehmen sie nicht ab. Der Grund: Es liegt an den Darmbakterien. Mit den richtigen Helfern im Darm verbraucht man bis zu zehn Prozent mehr Kalorien pro Tag, Fettzellen werden schneller abgebaut, man ist nach dem Essen länger satt. Bei Menschen, die schnell dick werden, herrscht ein Ungleichgewicht der Bakterienarten. So auch bei unserer Probandin im Video, die seit Jahren vergeblich gegen die Kilos kämpft. Die gute Nachricht: die Schlankmacher im Darm kann man sich ganz einfach "anfuttern". Mit welchen Lebensmitteln - das erfahren Sie im Artikel. Und im Video sehen Sie welche erstaunlichen Ergebnisse die Studentin mit dem neuen Speiseplan erzielt.

Diese Lebensmittel stärken die schlank machenden Darmbakterien

Unter den verschiedenen Bakterienarten, die im Darm leben, gibt es solche, die dick machen und andere, die schlank machen. Dickmachende Bakterien haben (leider) die Fähigkeit unverdauliche Ballaststoffe aufzuknacken und in kleine Zuckermoleküle spalten. So zieht der Körper viel mehr Kalorien aus den jeweiligen Lebensmitteln, als normal wäre.

Sie können jedoch die Anzahl Schlank-Bakterien im Darm erhöhen, indem Sie sie richtig "füttern". Die "Leibspeise" der kleinen Diäthelfer: pro- und präbiotische Lebensmittel. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in vergorenen Nahrungsmitteln, wie Kefir, Joghurt und Sauerkraut, vorkommen.

Präbiotika hingegen sind unverdauliche Kohlenhydrate, wie Inulin, Pektin oder Oligofructose, die in folgenden Lebensmitteln reichlich vorhanden sind:

  • Chicorée, Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Bärlauch, Schnittlauch, Knoblauch, Schwarzwurzeln (Winterspargel), Spargel, Topinambur, Pastinaken, Zichorienwurzel, Endiviensalat, Tomaten,
  • Roggen, Hafer, Gerste, erkalteten Kartoffeln, erkaltetem Reis, Hirse, Maniokwurzel
  • in weißen, roten oder grünen Bohnen, Erbsen, Linsen
  • in Obst mit Schale, Bananen (auch leicht grünen, noch etwas unreifen)
  • in Mandeln und Grünem Tee

Alternativ kann man auch präbiotisches Inulinpulver zu sich nehmen. Das gibt's im Reformhaus und wird aus Pflanzen, wie Pastinaken, Topinambur, Chicorée, Löwenzahn oder Zichorienwurzel hergestellt. Auch Kaffee oder Malzkaffe fördern die schlankmachenden Bakterien durch Inulin: 2-3 Tassen Kaffee oder auch Malzkaffee ohne Milch sind perfekt.

Wer auf Industriezucker gerne verzichten möchte, aber es trotzdem hin und wieder süß mag, sollte Honig oder Agavendicksaft verwenden. Auch sie gehören zu den präbiotischen Lebensmitteln und fördern das Wachstum erwünschter Keime.

Ab und zu mal ein Glas Bier oder Wein -  darüber freuen sich die Schlank-Bakterien. In beiden ist nämlich Hefe, und die lieben die guten Darmbakterien.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Hier ist Vorsicht angesagt!

Bei Gewichtsproblemen trotz Diät: Hände weg von künstlichen Süßstoffen wie Aspartam (E951), Sucralose (E 955) oder Saccharin (E 954): sie verschlechtern den Zuckerstoffwechsel nachweisbar und verändern auch die Darmflora deutlich zum Schlechten.

Verzichten Sie auf "perfekte Hygiene": Desinfektionsmittel, antibakterielle Seifen und keimtötende Haushaltsreiniger müssen nicht sein. Sie schaden meist mehr als sie helfen. Denn: unser Körper benötigt die Auseinandersetzung mit Keimen, um das Immunsystem auf Trab zu halten. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Allergien oder Asthma umso häufiger auftreten, je hygienischer die Umgebung ist.

Durchhaltevermögen ist gefragt. Aber: die Resultate sind erstaunlich

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn zu Beginn der neuen Ernährungsweise mit vielen Pro- und Präbiotika mal Blähungen auftreten - das ist ein Zeichen dafür, dass die gesunden Darmbakterien das reiche Nahrungsangebot gut annehmen. Zur Beruhigung des Darms hilft dann eine Tasse Fenchel-Anis-Kümmel-Tee.

Die ersten positiven Veränderungen werden sie schon nach wenigen Tagen an sich feststellen. Doch um die schlankmachenden Bakterienstämme so zu stärken, dass sie die dickmachenden Konkurrenten aus dem Rennen werfen, braucht es noch ein paar Wochen. Doch dann werden Sie die Resultate bestimmt genauso verblüffen, wie unsere Probandin im Video!