Schach-Eklat geht in nächste Runde

Jetzt reagiert Magnus Carlsen auf die 100-Millionen-Klage

Carlsen wirft Niemann Betrug vor - ohne Beweise Schachskandal geht weiter
01:23 min
Schachskandal geht weiter
Carlsen wirft Niemann Betrug vor - ohne Beweise

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Der Streit zwischen Hans Niemann und Weltmeister Magnus Carlsen spitzt sich immer weiter zu und hält die Schach-Szene in Atem. Nun hat sich der norwegische Titelträger erstmals zur Mega-Klage seines 19-jährigen Widersachers geäußert.

Was sagt Carlsen zu den Vorwürfen?

Während Niemann im Rahmen der Klageschrift deutliche Worte wählte, hielt sich Carlsen bezüglich des laufenden Verfahrens eher bedeckt. „Ich konzentriere mich ungeachtet dessen auf das Schachspiel, und das wird nicht als Ausrede benutzt werden, egal wie die Dinge laufen“, sagte der Weltmeister vor Beginn der „FIDE World Fischer Random Chess Championship“ gegenüber „NRK“.

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Hintergrund für das Ganze: Nachdem Carlsen im September schwere Betrugsvorwürfe gegen Niemann erhoben hat, wurde der Schach-Star unlängst von seinem US-amerikanischen Widersacher verklagt. Der 19-Jährige fordert mindestens 100 Millionen Dollar (rund 102 Millionen Euro) Schadensersatz von Carlsen und dessen Firma „Play Magnus“ sowie von den beiden US-Schachspielern Danny Rensch und Hikaru Nakamura. Eine Wahnsinns-Summe!

Niemann droht mit der Mega-Klage zu scheitern

Niemann wirft Carlsen und Co. Verleumdung, üble Nachrede sowie geheime Absprachen vor, um seinen Ruf und seine Existenz zu zerstören. Carlsen hatte Niemann im September öffentlich des Betrugs beschuldigt. Die Schach-Plattform „chess.com“ kam daraufhin in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Kalifornier vielfach zu unerlaubter Computer-Unterstützung gegriffen haben soll. Niemann hatte zuvor gestanden, einmal im Alter von zwölf und einmal im Alter von 16 Jahren Computer-Hilfe während einer Partie in Anspruch genommen zu haben.

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Der isländische Schach-Spieler Hjörvar Gretarsson rechnet derweil nicht damit, dass Niemann mit seiner Klage Erfolg haben wird. „Ich glaube auch nicht, dass er den Rechtsstreit gewinnen wird, aber es wird interessant werden. Ich hoffe, dass sie bald eine Lösung finden“, meinte der 29-Jährige, der nebenbei Anwalt ist, bei "NRK". (sport.de/jlu)