Ein Kommentar: Nach Fehlgeburt von Fiona Erdmann und Babyglück bei Tanja Szewczenko

So nah liegen Trauer und Freude einer Mutter beieinander

Fiona Erdmann, Tanja Szewczenko, Linda Elden
Fiona Erdmann, Tanja Szewczenko, Linda Elden
© rtl.de

02. Mai 2021 - 13:39 Uhr

Kommentar von Linda Elden

Nachdem ich die traurige Nachricht über die Fehlgeburt von Fiona Erdmann gelesen habe, brach es mir das Mutterherz. Was mich früher, als ich selbst noch kein Kind hatte, wahrscheinlich gar nicht so richtig berührt hätte, trifft mich heute umso mehr und das, obwohl ich selbst so einen Schicksalsschlag noch nicht erlebt habe. Genauso erfreut es mich, zu sehen, wie glücklich Tanja Szewczenko nach der Geburt ihrer Zwillinge sein muss. Denn sie hatte es eigentlich schon aufgegeben nochmal Mama zu werden.

"Eine Fehlgeburt sollte kein Tabuthema sein"

Ich kann nur erahnen, wie sich Fiona Erdmann fühlen muss, die in der 18. Schwangerschaftswoche ihr Baby verloren hat. Es muss schlimm sein, einen Menschen zu verlieren, den man schon liebt, bevor er geboren wird und der schon geht, bevor man ihm das jemals ins Gesicht sagen konnte.

Fiona Erdmann und ihre kleine Familie müssen in diesen Tagen vor allem eins: Füreinander da sein, gemeinsam trauern und das, was passiert ist, wahrscheinlich auch erstmal begreifen.

Ich hatte keine Fehlgeburt, doch es gibt in meinem Umfeld mehrere Familien, die das schon erleben mussten. Und ich finde es wichtig, dass darüber gesprochen wird. Eine Fehlgeburt sollte kein Tabuthema sein und genau deshalb finde ich es stark, dass Fiona ihr Schicksal teilt und das so kurz nachdem sie selbst erfahren musste, dass das Herz ihres Babys nicht mehr schlägt. Und auch wenn es heißt: "Die Zeit heilt alle Wunden" – Fiona wird sicherlich Zeit brauchen, um den Verlust ihres ungeborenen Babys zu verarbeiten.

Sie selbst schreibt bei Instagram: "Du wirst immer ein Teil unserer Familie sein."

Und das kann ich als Mutter total nachvollziehen. Als mein Sohn noch in meinem Bauch war, hatte ich bereits eine starke Verbindung zu ihm, obwohl er noch nicht geboren war. Und auch wenn Fiona bereits einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hat, schlägt ihr Herz natürlich auch für ihr ungeborenes Baby, dessen Herz einfach aufgehört hat zu schlagen. Ich wünsche ihr von Mama zu Mama ganz viel Kraft, mit dem Verlust hoffentlich bald wieder nach vorne schauen zu können.

Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten von Tanja Szewczenko und Fiona Erdmann nicht sein

Während Fiona Erdmann gerade um ihr ungeborenes Baby trauert, lebt Tanja Szewczenko wohl gerade auf der Sonnenseite des Lebens. Denn die ehemalige AWZ-Schauspielerin hat kürzlich Zwillinge bekommen. Und das obwohl sie fünf Jahre zuvor vergeblich versucht hatte, erneut schwanger zu werden. "Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben", erzählt Tanja auf YouTube. Die ersten Schwangerschafts-Anzeichen im September 2020 deutete sie zunächst noch falsch – als sie dann schließlich doch einen Test machte, war die Freude groß.

Dass Eltern vergeblich versuchen, schwanger zu werden, habe ich, genau wie einige Fehlgeburten, ebenfalls schon im Freundeskreis miterlebt. Ich selbst bin allerdings so schnell schwanger geworden, dass mich das damals ganz schön überrumpelt hat. Bei mir war dieser tiefe Wunsch, Mama zu sein, aber auch noch nicht so ausgeprägt – im Gegenteil: Ich hatte damals neben meiner Freude, schwanger zu sein, auch Angst davor, so eine große Verantwortung zu übernehmen. Das hat sich im Laufe der Schwangerschaft dann aber glücklicherweise gelegt und je größer mein Bauch wurde, desto größer wurde die Vorfreude auf das, was da kommt.

Dennoch kenne ich einige, bei denen der Kinderwunsch riesig war, doch die gewünschte Schwangerschaft zum Teil Jahre auf sich warten ließ. Das Mitzuerleben, war schon belastend, doch selbst in so einer Situation zu sein, muss belastender sein. Ich habe Bekannte, die haben 14 Jahre lang gekämpft, endlich Eltern zu werden. Und auch wenn sich das Warten gelohnt hat – die beiden haben mittlerweile einen 4-Jährigen Sohn – es war ein steiniger Weg bis zum Babyglück. Auch eine gute Freundin von mir hat jahrelang versucht, schwanger zu werden und auch sie ist mittlerweile Mutter von zwei Kindern, doch die psychische Belastung war enorm. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, den steinigen Weg, den das Eltern-Dasein manchmal mit sich bringt, zu gehen. Denn alle in meinem Freundeskreis, die nicht beim ersten Mal schwanger geworden sind, haben am Ende doch meistens eins, oder auch zwei Babys auf dem Arm.

So ist es natürlich schön, dass Tanja Szewczenko und ihr Mann Norman Jeschke ebenfalls einen langen Atem hatten und vielleicht weiß man sein Babyglück am Ende sogar noch ein kleines bisschen mehr zu schätzen, wenn sich der Wunsch nicht gleich beim ersten Mal erfüllt.