Fünf Großstädte im Check

So lange warten Sie auf einen Handwerker

Lange Wartezeiten für Handwerker sind nicht ungewöhnlich und abhängig vom Gewerk
© dpa, Patrick Pleul, ppl pil

13. Oktober 2020 - 12:20 Uhr

Handwerker, wann kommst du?

Gerade jetzt wo der Herbst kommt und die Menschen wieder mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, soll es zu Hause schön und gemütlich sein. Eigentlich die perfekte Zeit um die Wohnung so richtig heimelig zu machen und noch schnell kleine Reparaturarbeiten erledigen zu lassen. Doch in vielen Städten kann daraus schnell Frühjahr werden, wie eine neue Untersuchung zeigt.

Lange Wartezeit

Obwohl Maler, Elektriker oder Klempner wegen der Corona-Krise leere Auftragsbücher befürchteten, scheinen Deutschlands Großstädte für Handwerker auch während der Pandemie goldener Boden zu sein - zum Leidwesen der Mieter. Denn wie die Analyse des Immobilientechnologie-Unternehmens "Home" zeigt, dauert es in vielen Städten oft Monate, bis Handwerker verfügbar sind. Kurzfristige Termine sind häufig Mangelware, die Betriebe sind ausgebucht bis in den Frühling.

Welches Gewerk ist am schnellsten?

Elektriker oft mit kürzerer Wartezeit
Wer einen Elektriker braucht, muss sich nicht ganz so lange gedulden.
© deutsche presse agentur

Insgesamt hat "Home" 200 Handwerksbetriebe in fünf Städten untersucht. Das Gewerk mit der kürzesten Wartezeit sind demnach Elektrobetriebe. Gut ein Viertel der Befragten derartiger Betriebe gab an, kleine Mängel in der Wohnung innerhalb von einer Woche beheben zu können. Kein anderes Gewerbe konnte in der Umfrage mit ähnlich kurzen Wartezeiten aufwarten. Wer Reparaturarbeiten im Bad zu erledigen hat, der muss sich in Geduld üben. Denn die Terminkalender von Sanitärinstallateuren sind voll. Unter den Befragten Betrieben gaben nur acht Prozent der Klempnereien an, noch in der gleichen Woche einen Termin anbieten zu können. Schlusslicht in der Analyse sind Malerbetriebe: Wer hier auf einen kurzfristigen Termin hofft, wird enttäuscht. Über zwei Drittel der Betriebe haben Wartezeiten von mehr als vier Wochen.

Preise sehr unterschiedlich

Ähnlich wie die Wartezeiten variieren auch die Preise für Handwerksleistungen in den fünf deutschen Großstädten. Der Austausch eines defekten Lichtschalters kostet in Frankfurt durchschnittlich 51 Euro. In München müssen Mieter für eine vergleichbare Reparatur ca. 78 Euro zahlen. Malerarbeiten sind in Hamburg am preiswertesten. Durchschnittlich verlangen Maler hier 208 Euro für das Streichen einer Wand (Zimmer 20 m2 weiß, auf Raufasertapete). Über 100 Euro mehr kosten Maler in Köln: mit 339 Euro ist ihr Service hier am teuersten. Die Reparatur eines defekten Wasserhahns verursacht mit durchschnittlich 55 Euro in Hamburg die niedrigsten und mit 135 Euro in Köln hingegen die höchsten Kosten.

Mehr Aufträge wegen Corona

Ein Grund für die vollen Auftragsbücher der Handwerker und die langen Wartezeiten für Mieter, ist die Corona-Pandemie, stellen die Studienmacher fest: "Gerade jetzt in der Coronakrise, wo Menschen besonders viel Zeit Zuhause verbringen, ist die kurzfristige Verfügbarkeit von Handwerkern noch wichtiger geworden", sagt Thilo Konzok, Gründer vom "home". Denn dann wollen es die Menschen besonders gemütlich haben und sähen häufiger Mängel in den eigenen vier Wänden. Ein weitere Grund ist der akute Fachkräftemangel in den Betrieben. Es fehlt an Personal für die Menge der Aufträge. 

Einfach mal selber machen

Nicht für alle kleinen Ausbesserungen muss gleich der Fachmann her. Kleinere Malerarbeiten zum Beispiel können mit ein wenig Geschick auch einfach selber erledigt werden. Das schont häufig den Geldbeutel und erspart das lästige Warten. Und vielleicht macht es ja sogar ein wenig Spaß. Sollten sie trotzdem einen Handwerker brauchen, haben wir hier einige Tipps zusammengefasst, wie Sie trotzdem schnell an einen Handwerker kommen können.