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Sieben Jahre Haft für Messerangriff nach tödlichem Badeunfall in Hamburg

Wegen versuchten Mordes

Messerangriff nach tödlichem Badeunfall: Sieben Jahre Haft

Einsatzkräfte suchten nach dem verschwundenem Schwimmer.
Einsatzkräfte suchten nach dem verschwundenem Schwimmer.
jwp, dpa, Jonas Walzberg

Er ist erst 19 aber muss für sieben Jahre ins Gefängnis: Das Landgericht Hamburg verurteilte den jungen Rumänen am Dienstag nach Jugendstrafrecht wegen versuchten Mordes und vorsätzlicher Körperverletzung.

Mann soll heimtückisch gehandelt haben

Nach Überzeugung des Gerichts wollte der Angeklagte mit seiner Tat den Tod seines 15 Jahre alten Bruders rächen, der am 18. Juni vergangenen Jahres bei einem Badeunfall in der Elbe vor Blankenese ertrunken ist. So habe er einen Tag nach dem Unglück den besten Freund des 15-Jährigen im Stadtteil Harburg ohne Vorwarnung mit einem Klappmesser viermal in den Rücken gestochen und ihn lebensgefährlich verletzt, weil der seiner Meinung nach den Bruder hätte retten können. Die Leiche des ertrunkenen Bruders wurde erst zwei Tage nach der Tat gefunden.

Laut Verteidigung sei er in einem "psychischen Ausnahmezustand" gewesen

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil den Forderungen der Staatsanwältin, die für den 19-Jährigen sieben Jahre Haft gefordert hatte. Rache sei das Hauptmotiv des Rumänen gewesen, sagte die Anklagevertreterin. Die Verteidigung zeichnete dagegen das Bild eines von den Eltern vernachlässigten, bildungsfernen jungen Menschen, der in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen sei, und forderte eine „maßvolle Jugendstrafe“ bis zu maximal drei Jahren Haft. Von der ursprünglich diskutierten Einweisung in eine Psychiatrie nahm das Gericht Abstand. Ein Gutachten hatte dem Angeklagten Schizophrenie attestiert, was dieser jedoch bestreitet. (dpa/kst)