Die mehrfach an Brustkrebs erkrankte Dreifachmutter hat ganz bewusst auf eine Rekonstruktion verzichtet

Sie möchte ein Zeichen setzen: Gemma Cockrell postet oben-ohne-Fotos nach Mastektomie

© MDWfeatures/Abi Moore

4. Dezember 2018 - 16:50 Uhr

"Ich hatte das Gefühl, es gibt nicht genug realistische Fotos"

Fünf Jahre ist es nun her, dass Gemma Cockrell erstmals die Diagnose Brustkrebs bekam. Es folgten brusterhaltende Operationen und Strahlentherapien, bis hin zu einer Mastektomie an beiden Brüsten. Trotz der Empfehlung der Ärzte entschied sich die heute 49-Jährige gegen eine Rekonstruktion. Mit Fotos ihres nackten Oberkörpers geht sie jetzt an die Öffentlichkeit, um betroffenen Frauen zu zeigen, dass Aussehen keine Rolle spielt, wenn es darum geht, sich selbst zu lieben und offen mit dem Thema Brustkrebs umzugehen: "Ich hatte das Gefühl, es gibt nicht genug realistische Fotos", sagte sie der Zeitung "Daily Mail".

Zwei Jahre nach der ersten Diagnose kehrte der Krebs zurück

Im April 2013 bekam die Londonerin zum ersten Mal die Schockdiagnose: Brustkrebs. Sie ließ sich nicht unterkriegen, kümmerte sich mit ihrem Mann James weiterhin um die drei gemeinsamen Kinder: "Ich hatte zwar Angst, aber viel mehr habe ich mich um das Wohlbefinden meiner Kinder gesorgt und wie es ihnen gehen würde, wenn mir etwas passiert." Drei Lumpektomien, also brusterhaltende Operationen, bei denen kleine Tumore entfernt werden, und eine Strahlentherapie schienen den Krebs zu bekämpfen. Doch leider nur vorübergehend, denn zwei Jahre später kehrte der Krebs in der selben Brust zurück. Und das nicht gerade harmlos - er hatte bis zu den Lymphknoten gestreut.

Nach einer Mastektomie folgte im Dezember 2015 eine Notfall-Operation. Nachdem die Krankheit Gemma beim ersten Mal nicht aus der Ruhe brachte, merkte sie dieses Mal deutlich, wie sehr ihr Körper unter dem Krebs und den Eingriffen litt: "Ich wusste, dass es dieses Mal viel ernster war, der Einfluss auf mein Leben war viel größer. Ich brauchte eine Weile, um das Ganze zu verkraften, aber letztendlich war ich zuversichtlich." Nach all den Strapazen und der Entnahme der betroffenen Brust hatte sie Hoffnung auf endgültige Heilung.

Seit letztem Jahr ist Gemma Cockrell krebsfrei

Doch im Februar 2017 hatte sie das Gefühl, dass mit ihrer bisher gesunden Brust etwas nicht stimmte. Und sie sollte Recht behalten: Sie ließ sich die Brust amputieren und Ärzte stellten fest, dass auch diese vom Krebs befallen war.

Seitdem ist Gemma Cockrell krebsfrei. Und obwohl die Ärzte ihr zu einer Rekonstruktion der Brüste rieten, lehnte sie ab. Statt sich für ihren Körper zu schämen, wolle sie ein realistisches Bild von einem Leben mit Brustkrebs zeigen - denn ihrer Meinung nach werde das in der Öffentlichkeit viel zu wenig getan.