"Ich werde heulen wie ein kleiner Junge"

Darum ist dieser Jugendrichter für die Legalisierung von Cannabis

20. Oktober 2021 - 16:11 Uhr

Sein Bruder starb an Drogensucht

Aus den Programmen der Koalitionsparteien wird deutlich: Die Ampel könnte grünes Licht für Gras geben. Dadurch ist die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis erneut in Fahrt gekommen: Die Polizeigewerkschaft warnt vor der Freigabe. sogar SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich dafür ausgesprochen.

Rückenwind bekommen Legalisierungsbefürworter wie Lauterbach ausgerechnet von einem Jugendrichter. Andreas Müller wirft der aktuellen Drogenpolitik im Gespräch bei "RTL Direkt" vor, Millionen von Menschen zu kriminalisieren, in den Knast zu stecken und Familien zu zerstören. Seine eigene Familie hat stark unter Drogen gelitten. Sein Vater war Alkoholiker und sein Bruder starb in Folge einer starken Drogensucht. Warum Andreas Müller trotz dieser Schicksalschläge für eine Legalisierung der Droge ist, sehen Sie im Video.

Drogenpolitik lasse Müller "heulen wie ein kleiner Junge"

Knapp ein Drittel der Befragten einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL befürwortet eine komplette Legalisierung. Eine Mehrheit möchte die Substanz nur als Arzneimittel zulassen.
Doch ein Trend ist erkennbar. Mittlerweile sprechen sich nur sieben Prozent dafür aus Cannabis generell zu verbieten. Anfang 2014 war der Anteil noch vier mal so hoch.

LESE-TIPP: Die kompletten Umfrageergebnisse: So viele Menschen haben Cannabis bereits probiert

Der Jugendrichter Andreas Müller sieht sich in diesem Trend bestärkt, "weil die Vernunft über die Dummheit obsiegen wird und die Dummheit ist, die Prohibition aufrechtzuerhalten. Die Vernunft ist eine vernünftige Regelung mit vernünftig versehenen Jugendschutz zu installieren", so Müller.

Wenn der Jurist darüber nachdenke, was die Cannabis-Prohibition in den vergangen fünf Jahrzehnten geschaffen habe, müsse er "heulen wie ein kleiner Junge." Dann habe er "die ganzen Menschen im Kopf, die durch eine unsinnige Drogenpolitik insbesondere im Bereich von Cannabis verfolgt wurden und in den Knästen gelandet sind."

Müllers ganzes emotionales Statement und ob er eine Legalisierung mit einem Bier oder Joint feiern würde, sehen Sie im Video.

Wie gefährlich ist Cannabis?

In der RTL-Umfrage schätzte nur eine kleine Minderheit von 11 Prozent Cannabis gefährlicher ein als Alkohol. In der Dokumentation auf TV-NOW "Deutschland unter Drogen" werden drei der gefährlichsten Substanzen einmal in den Blick genommen, die das Land fest im Griff haben: Kokain, Crystal Meth und Legal Highs.