Kreuz und Queer

Segen für alle: Priester Wolfgang Rothe macht sich stark für queere Liebe

Priester Wolfgang Rothe macht sich stark für Queere Liebe Segen für alle
05:01 min
Segen für alle
Priester Wolfgang Rothe macht sich stark für Queere Liebe

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Noch immer stößt queere Liebe in der katholischen Kirche auf Ablehnung. Aufgrund der konservativen Sexualethik der Institution erfahren viele queere Personen Diskriminierung. Das Wort „Queer“ ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht der Heteronormativität entspricht. Genau dagegen macht sich der Priester Wolfgang Rothe stark. Seit vielen Jahren setzt sich der 55-jährige Hesse für Toleranz gegenüber queeren Menschen in der katholischen Kirche ein. Mehr dazu im Video.

Verrat an der Botschaft der Liebe

Der Einsatz für die queere Community ist für Wolfgang Rothe ein wichtiges Thema. Lange musste der 55-Jährige aus Angst, nicht als Pfarrer arbeiten zu können, seine Homosexualität verschweigen. Zudem wurde er damals Opfer eines sexuellen Übergriffs. Heute fällt es Wolfgang leichter, zu seiner Sexualität zu stehen. Die Auslegung der katholischen Kirche kritisiert er: „Was Jesus verkündet hat, war eigentlich die Botschaft der Liebe. Einer Liebe, die alle Bereiche des menschlichen Lebens umfasst einschließlich der Sexualität. Die katholische Kirche hat aber im Laufe der Zeit die Sexualität zu etwas gemacht, was eigentlich nicht zum Mensch sein dazugehört. Was man allenfalls in Kauf nehmen muss, aber nicht als etwas Positives von Gott Geschenktes und damit hat sie die Botschaft der Liebe verraten.“

Ein Banner über dem Kircheingang, mit dem Titel: "Segen für alle."
Der Priester Wolfgang Rothe macht sich seit Jahren für Toleranz gegenüber queeren Menschen stark.
RTL

Im Kampf für Toleranz

Um auf die prekäre Situation in der katholischen Kirche aufmerksam zu machen, hat Wolfgang das Buch „Gewollt. Geliebt. Gesegnet“ geschrieben, in dem Geschichten von Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität leiden mussten, festgehalten wurden. Im RTL-Interview erzählt Wolfgang: „In den Beiträgen wird deutlich, dass dieser Anspruch, queere Menschen als gewollt, als geliebt und gesegnet zu empfinden, in der Kirche vielfach nicht erfüllt wird. Das sie das Gefühl haben, innerhalb der Kirche ausgegrenzt und diskriminiert zu werden, als Mensch zweiter Klasse betrachtet zu werden. Insofern ist der Titel ein Ausdruck der Hoffnung, die momentan noch nicht der Realität entspricht.“

Wolfgangs Einsatz für die queere Community zahlt sich aus. Vor allem in seiner Gemeinde und auch übergreifend stößt der Priester auf viel Anerkennung. In einigen Kreisen, aber auch auf Kritik, erzählt der Geistliche: „Es gibt einzelne Kreise, einzelne Personen, von denen ich immer wieder mal angefeindet werde, die immer wieder mal böse Briefe an das Erzbischöfliches Ordinariat schreiben, die verlangen, dass ich exkommuniziert werde, aber das passiert nicht.“ (mva/aba)