Brücke nach Unfall gesperrt

Schwerer Sturm in Skandinavien: Mehrere Tote nach Zugunglück in Dänemark

03. Januar 2019 - 8:09 Uhr

134 Menschen waren an Bord des Personenzuges

Bei einem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte die Dänische Bahngesellschaft DSB. Darüber hinaus sollen 16 weitere Menschern bei dem Unglück verletzt worden sein. Der anhaltende schwere Sturm erschwert die Rettungsarbeiten auf der gesperrten Mega-Brücke, die den östlichen Teil Dänemarks mit dem westlichen Teil (und damit auch Deutschland) verbindet.

Schlimmstes Zugunglück seit 30 Jahren

Dänemark
Der Zug war gegen 7.30 Uhr von einem Gegenstand getroffen worden und hatte hart bremsen müssen.
© deutsche presse agentur

Nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau handelte es sich um das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit 1988. Der Zug war gegen 7.30 Uhr laut Polizeiangaben von einem großen Gegenstand getroffen worden und hatte hart bremsen müssen. Der DSB zufolge waren 131 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder an Bord. Die Bahngesellschaft äußerte sich bislang nicht zur Unglücksursache.

Möglicherweise hat ein per Güterzug transportierter Lastwagen-Auflieger das Unglück ausgelöst. Bo Haaning von der zuständigen Unfallkommission sagte, der Trailer sei vermutlich von dem Güterzug heruntergeweht worden. Er habe den entgegenkommenden Schnellzug entweder frontal oder seitlich gerammt. Der Schnellzug war zu dem Zeitpunkt verunglückt, als ihn ein Güterzug der Bahn-Tochter DB Cargo passierte. Auf Fotos ist zu sehen, dass der Güterzug mit Bierkästen beladen war.

Königin Margrethe II. tief betroffen

Die dänische Königin Margrethe II. hat mit großer Betroffenheit auf das schwere Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) reagiert. Das Unglück berühre sie zutiefst, erklärte sie am Mittwoch auf der Webseite des Königshauses. "Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl gehen sowohl an die Hinterbliebenen und ihre Familien als auch an die Verletzten."

Sturm: 100.000 in Schweden Haushalte ohne Strom

Die 18 Kilometer lange Brücke über den Großen Belt und die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden wurden bereits vor dem Unglück wegen heftigen Windes für den Autoverkehr gesperrt. Zuvor hatte heftiger Wind bereits in weiten Teilen Skandinaviens zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. Auch der Fährverkehr wurde durch den Sturm beeinträchtigt. In Schweden waren am Mittwochmorgen wegen umgestürzter Bäume mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom.
Die Brücke über den Storebælt verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen. Viele Reisende aus Deutschland nutzen die Brücke, wenn sie mit dem Auto in die dänische Hauptstadt oder in Richtung Schweden fahren.