Weil er sich weigert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen

Maskenverweigerer bekommt Gerichts-Anhörung im Freien

In der Schweiz steht ein Maskenverweigerer vor Gericht.
In der Schweiz steht ein Maskenverweigerer vor Gericht.
© imago images/Christian Ohde, Christian Ohde via www.imago-images.de, www.imago-images.de

19. Oktober 2021 - 13:12 Uhr

Bußgeld will er nicht zahlen – er fordert stattdessen Kohle

Corona? Ach, das gibt es doch gar nicht. Und einen Mund-Nasen-Schutz? Den muss deshalb auch niemand tragen – so sieht es ein Mann aus dem Schweizer Kanton Glarus. Der notorische Maskenverweigerer steht deshalb vor Gericht. Und das ohne Maske. Im Freien.

Mann trug bei Demos keine Maske

Weil der Mann auf politischen Veranstaltungen keine Maske trug, sollte er ein Bußgeld in Höhe von 250 Franken (rund 233 Euro) zahlen. Doch er blieb bei seiner ablehnenden Haltung: Er trug seitdem wohl weder eine Maske, noch zahlte er die Strafe. Daher musste er sich vergangene Woche vor Gericht stellen.

Selbst dabei blieb er aber seiner Linie treu: Der Corona-Skeptiker weigerte sich, im Gerichtssaal eine Maske zu tragen. Laut "Glarner Nachrichten" gab er an, aus "verschiedenen Gründen" keinen Mund-Nasen-Schutz tragen zu können. Daher wurde seine Anhörung kurzerhand ins Freie verlegt.

Beschuldigter erklärt sich mit Skepsis an Corona-Existenz

"Die Verhandlung beginnt draußen, weil Sie in der Vergangenheit Probleme mit der Maskenpflicht hatten", soll der Gerichtspräsident Daniel Anrig zu Beginn gegenüber dem Beschuldigten verkündet haben. Ein Entgegenkommen? Nein. "Das Kantonsgericht kam dem Verweigerer nicht entgegen, selbst wenn er es so empfunden haben sollte", so Anrig gegenüber dem "Blick". Das Gericht wollte nur sicherstellen, dem Beschuldigten die Möglichkeit zu geben, sich äußern zu können.

Und genau das tat er dann offenbar auch. Dabei soll er seine Zweifel an der Existenz des Corona-Virus vorgetragen und über Studienergebnisse gesprochen haben, die angeblich belegen würden, dass es den Erreger gar nicht geben würde. Dadurch begründete er wiederum seine fehlende Maske – ohne Pandemie brauche die schließlich niemand, sie würden nur schaden.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Mann fordert Zahlung zur Genugtuung

Seine Forderung war daher klar: Die Einstellung des Verfahrens gegen ihn und obendrauf noch eine Entschädigungs-Zahlung in Höhe von 2260 Franken (rund 2110 Euro). Als Genugtuung und für seinen Arbeitsaufwand.

Ein Urteil ist bisher noch nicht gefallen, wie der "Blick" meldet. Anrig betonte aber auch: "Ein Empfang eines Maskenverweigerers vor dem Gerichtshaus ist keine Verhandlung im Sinne der Strafprozessordnung." (ana)