Staatsanwaltschaft gibt fatalen Fehler zu

Schweden macht Drogendealer zum Bitcoin-Millionär - sobald er aus dem Knast kommt

Fehler macht Drogendealer zum Millionär. (Motivbild)
Fehler macht Drogendealer zum Millionär. (Motivbild)
© dpa, Jens Kalaene, jka fdt

23. August 2021 - 22:35 Uhr

Kurioser Fehler: Staatsanwaltschaft rechnete nicht mit rasantem Wertanstieg

Als armer Drogendealer eingebuchtet, als reicher Mann wieder auf freiem Fuß – klingt wie ein schlechter Scherz, wird aber bittere Realität. Der schwedische Staat muss einem verurteilten Dealer 1,3 Millionen Euro zahlen, wenn er den Knast verlässt. Der kuriose Grund: Die Staatsanwaltschaft machte einen fatalen Fehler bei der Umrechnung von 36 Bitcoins.

Mit 36 Bitcoins ging der Dealer in den Knast

2019 wurde der Dealer zu zwei Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen illegalem Online-Drogenhandel. Bei Antritt seiner Strafe besaß er illegal erworbene 36 Bitcoins, die damals einen Wert von rund 127.000 Euro hatten, berichtet das Portal "t3n".

Die Strafverfolgungsbehörde beschlagnahmte die Bitcoins, gab aber nur den damaligen Wert, also 127.000 Euro, an. Damit wurden dann fällige Strafen und Gerichtskosten beglichen, also war es eigentlich aufgebraucht. Doch die Bitcoins wurden nicht gleich weiterverkauft, sondern eingefroren.

Weil der Wert innerhalb von zwei Jahren aber um das Zehnfache gestiegen ist, reichen nun drei Bitcoins, um die Schulden zu begleichen. Die restlichen 33 Bitcoins (1 Bitcoin entspricht ~ 42.000 Euro, Stand Montag 23. August, 22 Uhr) muss das Gericht an den Dealer zurück geben.

Staatsanwältin spricht von einem „bedauerlichen Fehler“

Die verantwortliche Staatsanwältin, Tove Kullberg, spricht nun von einem "bedauerlichen Fehler". Die Konsequenzen seien damals nicht absehbar gewesen, rechtfertigt sie. "Die Lehre daraus ist, den Wert in Bitcoin zu berechnen, sodass der Profit des Verbrechens 36 Bitcoin beträgt, egal welchen Wert Bitcoin zu diesem Zeitpunkt hat", sagt Kullberg gegenüber dem britischen "Telegraph".

Nun fordert sie den schwedischen Staat auf, Geld in die Hand zu nehmen, um andere Staatsanwälte zu schulen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. (mor)

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