Qualvoller Tod kurz vor Geburt

Schwangerer Wal mit 22 Kilo Plastik im Bauch gestrandet

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2. April 2019 - 6:51 Uhr

Der Magen war voller Plastikmüll

Vor der sardischen Küste ist ein schwangerer Wal gestrandet. Umweltschützer haben das Tier nun untersucht und eine erschreckende Entdeckung gemacht: Im Bauch des Tieres waren 22 Kilogramm Plastik - darunter Plastikteller, Einkaufstüten und Wattestäbchen. Für den Nachwuchs kam jede Hilfe zu spät.

Der Grund für seinen Tod dürfte im Inneren seines Magens liegen

Der Wal ist vor der sardischen Küste gestrandet.
Der Wal ist vor der sardischen Küste gestrandet.
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Der acht Meter lange Pottwal ist vor einer Woche an die Küste des italienischen Urlaubsortes Porto Cervo angespült worden und offenbar durch den Verzehr von Plastik verendet. Das teilte die Umweltschutzorganisation SeaMe dem Sender "CNN" mit. Demnach wurden im Magen unter anderem Müllsäcke, Fischernetze, Leinen und sogar ein Behältnis mit Flüssigwaschmittel gefunden, bei dem die Marke und der Barcode noch komplett lesbar waren.

Das Walweibchen war den Angaben zufolge schwanger, ihr Junges war aber bereits gestorben. Ob Plastik daran schuld war, ist nicht ganz klar. Die genaue Todesursache soll nun durch eine histologische und toxikologische Untersuchung ermittelt werden.

Schon vor einigen Monaten wurde in Indonesien ein toter Pottwal angespült, desen Magen voller Plastik war. Was das alles verschluckt hatte, zeigt unser Video.

Große Bedrohung für Meerestiere

Italiens Umweltminister Sergio Costa fragte mit Blick auf die Verwendung von Plastik auf Facebook: "Gibt es immer noch Leute, die sagen, dass das kein wichtiges Problem ist?" Jahrelang habe man diese Produkte leichtfertig verwendet, jetzt bekomme man die Konsequenzen zu spüren. Den Preis zahlen aber Lebewesen, wie dieser Wal.

Nach Angaben des WWF wurden in den vergangenen zwei Jahren mindestens fünf Wale gefunden, die wegen Plastik in ihrem Inneren verendet sind. Zuletzt vor zwei Wochen an der Küste der Philippinen. Das Europäische Parlament hatte erst in der vergangenen Woche eine Richtlinie verabschiedet, die das Verbot bestimmter Plastikprodukte wie Einweggeschirr und Strohhalme vorsieht.